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Bastian Saupe· Gründer & Test-Synthese-RedaktionBastian Saupe ist auf Test-Synthese spezialisiert — die methodische Auswertung und Triangulation von Stiftung Warentest, ETM Testmagazin, Haus & Garten Test, Computer Bild, PC-WELT, Coffeeness, Selbst-ist-der-Mann sowie Hersteller-Datenblättern und Langzeit-Käufer-Berichten zu einer entscheidungsfertigen Empfehlung für deutsche Haushalte 2026. Strukturierte Quellen-Analyse ist eine eigene Disziplin: über 12 Monate Markt-Beobachtung, mehr als 2.500 Produktlistings ausgewertet, 36 Kategorie-Cluster systematisch durchgearbeitet, Live-Preis- und Verfügbarkeits-Tracking quartalsweise. Was wir nicht behaupten: eigene Praxis-Tests in der Küche. Was wir liefern: synthetisierte Erkenntnisse aus 8+ unabhängigen Test-Quellen, dokumentierte Methodik, und eine Standing-Rule — Picks mit null verifizierten Käufer-Bewertungen oder dauerhaftem Out-of-Stock werden konsequent aus dem Pool entfernt. Diese Disziplin gilt konsistent über alle unabhängigen Schwester-Sites, die nach demselben Standard arbeiten.
Veröffentlicht: · Aktualisiert: · Lesezeit ca. 47 Min.
Empfehlungen auf einen Blick
| Bild | Modell | Empfehlung für | Note | Preis | Link |
|---|---|---|---|---|---|
![]() | BRITA · Style Essential Tischwasserfilter 2,4 l mit 1 MAXTRA PRO Pure Performance | Aktuelle Brita-Grundkanne mit Smart-Light-Anzeige, die Zeit und gefilterte Menge zählt | 1,4 | 24,99 € (Amazon.de, Verkauf durch Amazon, 12.10.2026) | Amazon → |
![]() | BWT · Vida Tischwasserfilter 2,6 l Petrol mit 1 Magnesium-Kartusche | Günstigste Markenkanne im Duell, mit Magnesium-Kartusche im Set und laut BWT komplett spülmaschinengeeignet | 1,5 | 15,29 € (Amazon.de, Verkauf durch Amazon, 12.10.2026) | Amazon → |
![]() | BRITA · MAXTRA PRO Pure Performance Filterkartuschen, 6er-Pack | Halbjahresvorrat für Brita-Kannen bei weichem bis mittelhartem Wasser, mit Rücknahme über Brita | 1,3 | 29,56 € (Amazon.de, Verkauf durch avantrado.shop, 12.10.2026) | Amazon → |
![]() | BWT · Magnesium-Filterkartuschen, 6er-Pack (Amazon-Titel „Longlife“) | Halbjahresvorrat für BWT-Nutzer, die Magnesium im gefilterten Wasser wollen | 1,2 | 28,99 € (Amazon.de, Verkauf durch Amazon, 12.10.2026) | Amazon → |
Warum gibt die eine Kartusche Magnesium ins Wasser und die andere nicht? Die Frage klingt nach Werbeprospekt, führt aber zu einer chemischen Grundentscheidung, die Brita und BWT verschieden getroffen haben. Beide Kartuschen enthalten Aktivkohle und einen Ionenaustauscher, ein Kunstharz, das Calcium und Magnesium aus dem Leitungswasser bindet und dafür etwas anderes abgibt. Bei den Kartuschen, wie die Stiftung Warentest sie 2022 beschrieben hat, ist dieses andere Wasserstoff: Das Wasser wird weicher, saurer und mineralärmer. BWT verkauft daneben eine Kartusche, nach der laut Hersteller 25 bis 30 Milligramm Magnesium pro Liter im Wasser sind. Unter den Kannenkartuschen, die Brita am 12.10.2026 im deutschen Shop führt, Pure Performance und Extra Kalkschutz, ist keine mit Magnesiumzusatz.
Die beiden Firmen kommen aus verschiedenen Richtungen. Brita entstand 1966 in Taunusstein und baut nach eigener Darstellung ab 1970 Tischwasserfilter. BWT wurde 1990 aus der „Benckiser Wasser Technik“ herausgekauft, sitzt heute im österreichischen Mondsee und beschäftigt nach eigener Angabe über 6.500 Menschen; Kannenfilter stehen dort neben Technik für Hausinstallationen. Beide verkaufen heute eine Plastikkanne mit 1,4 Litern Filtervolumen, beide wechseln die Kartusche nach vier Wochen, beide setzen Silber ein. Die Unterschiede liegen im Detail: in dem, was die Kartusche abgibt, in der Literzahl, auf die sich der Hersteller festlegt, in der Norm, auf die er sich beruft, und in der Frage, was mit der leeren Kartusche passiert.
Dieser Vergleich behandelt nur Tischwasserfilter, also Kannen mit Wechselkartusche. Beide Marken verkaufen auch Filter für Kaffeemaschinen, Wasserhähne und Hausanschlüsse; die gehören zu anderen Produktklassen und werden hier nur abgegrenzt. Wer erst klären will, ob eine Filterkanne im eigenen Haushalt überhaupt etwas verbessert, findet die Behördenlage im Ratgeber ob ein Wasserfilter sinnvoll ist. Den Überblick über alle Themen rund um Kannen und Kartuschen bündelt der Bereich Wasserfilter & Kannen.
Kurz eingeordnet: Im einzigen frei dokumentierten Labortest mit beiden Marken, Stiftung Warentest test 7/2022, erhielt Brita Maxtra+ in zwei Kannen „befriedigend (3,5)“, die BWT-Kartusche Soft Filtered Water Extra „ausreichend“; die Brita-Noten sind nur über t-online belegt, die BWT-Note ergibt sich aus der Notenverteilung der Pressemitteilung in Verbindung mit den Brita-Noten. Getestet wurden damit weder die heutige Brita-Kartusche MAXTRA PRO Pure Performance noch die meistbeworbene BWT-Magnesium-Kartusche. Im Datenblatt-Duell der Einstiegskannen steht die BRITA Style Essential (24,99 € am 12.10.2026) mit Liter zählender Anzeige gegen die BWT Vida (15,29 €) mit Datumsanzeige. Pro Liter liegt Brita bei voller Herstellerkapazität mit 3,3 gegen 4,0 Cent vorn, bei zwei Litern Verbrauch am Tag gleichen sich beide fast aus. Brita nimmt leere Kartuschen zurück, BWT nennt den Hausmüll.
Grundlage dieses Duells: Keine Kanne und keine Kartusche wurde für diese Seite benutzt oder gemessen. Ausgewertet sind vier Testveröffentlichungen, in denen Brita oder BWT im Feld standen: Stiftung Warentest test 7/2022 (Methodik, Produktmerkmale und Pressemitteilung frei lesbar, Einzelnoten Bezahlinhalt und nur sekundär belegt), KONSUMENT 2022 (Partnertest, Testfeld frei, Urteile Bezahlinhalt), ETM Testmagazin 02/2020 (nur sekundär über testsieger.de) und die KONSUMENT-Tabelle mit Preisen vom Frühjahr 1999. Dazu kommen Herstellerseiten, Shopdaten und die Bedienungsanleitung von Brita, Herstellerseiten, FAQ und Shopdaten von BWT, die DIN-Einträge zu DIN 10521 und DIN EN 17093, das WHO-Datenblatt zu Silber, eine BfR-Stellungnahme, Ratgeber von Umweltbundesamt und Verbraucherzentrale sowie die Rechtstexte zu Wasserhärte und Trinkwasser. Preise, Verkäufer und Bewertungen wurden am 12.10.2026 bei Amazon.de abgelesen, Preisverläufe bei camelcamelcamel. Aussagen, die nur über eine Drittseite belegt sind, stehen im Text als „sekundär“.
Die Empfehlungen im Detail
Aktuelle Brita-Grundkanne mit Smart-Light-Anzeige, die Zeit und gefilterte Menge zählt
BRITA
Style Essential Tischwasserfilter 2,4 l mit 1 MAXTRA PRO Pure Performance

Die Style Essential ist die Kanne, die Brita am 12.10.2026 im deutschen Shop als Grundmodell führt; Marella und Aluna stehen dort nicht mehr. Sie fasst 2,4 Liter, davon 1,4 Liter gefiltert, und hat als einzige der beiden Duell-Kannen eine Anzeige, die neben der Zeit auch die gefilterte Menge zählt. Im Set liegt eine MAXTRA PRO Pure Performance, deren Kalkreduktion Brita nach DIN EN 17093:2018 geprüft haben will. Einen unabhängigen Test von Kanne oder Kartusche gibt es in den ausgewerteten Quellen nicht; die Warentest-Note 3,5 von 2022 galt der Vorgängerkartusche Maxtra+ in der älteren Style Cool.
Hardware-Specs
- Volumen
- 2,4 l gesamt, 1,4 l gefiltert (brita.de)
- Maße
- 23,9 × 27,3 × 10,5 cm laut Brita
- Wechselanzeige
- Smart Light (LED), zählt Zeit und gefilterte Wassermenge; Batterie laut Anleitung ca. 5 Jahre
- Spülmaschine
- ja, Smart Light vorher entnehmen
- Kartusche im Set
- MAXTRA PRO Pure Performance, 4 Wochen oder bis 150 l, für weiches bis mittelhartes Wasser
- Silber
- laut Bedienungsanleitung „speziell mit Silber behandeltes Material“
Stärken
- Smart Light zählt Zeit und gefilterte Liter
- Rücknahmeprogramm von Brita für leere Kartuschen
- Spülmaschinengeeignet nach Entnahme des LED-Moduls
- Laut Brita passend für die übliche Kühlschranktür
- Vorgängerkartusche Maxtra+ bei Warentest 7/2022 „befriedigend (3,5)“ (sekundär)
Schwächen
- Kein unabhängiger Test von Kanne oder Pure-Performance-Kartusche
- Keine BPA-Angabe auf brita.de gefunden
- „Statt 29,99 €“ ist der brita.de-Listenpreis, keine belegte Ersparnis
- Silberbehandlung steht nur in der Anleitung, nicht auf der Produktseite
Für wen geeignet
Wer weiches bis mittelhartes Wasser filtert, an manchen Tagen mehr als fünf Liter durchlaufen lässt und eine Anzeige will, die das Literlimit mitzählt.
Wer nicht zugreifen sollte
Wer Wasser über 14 °dH hat und dafür die Pure Performance einsetzen will; für hartes Wasser verweist Brita selbst auf die Extra-Kalkschutz-Kartusche.
Günstigste Markenkanne im Duell, mit Magnesium-Kartusche im Set und laut BWT komplett spülmaschinengeeignet
BWT
Vida Tischwasserfilter 2,6 l Petrol mit 1 Magnesium-Kartusche

Die Vida steht am 12.10.2026 im deutschen BWT-Shop für 19,90 Euro mit einer Kartusche. Bei Amazon kostete die Petrol-Variante mit Magnesium-Kartusche 15,29 Euro, den niedrigsten Wert, den camelcamelcamel für dieses Listing erfasst hat. Sie fasst 2,6 Liter, gefiltert wie die Style Essential 1,4 Liter. Die Wechselanzeige ist ein Datum, das du selbst einstellst. Die Magnesium-Kartusche gibt laut BWT 25 bis 30 mg Magnesium pro Liter ab; ein unabhängiges Institut hat sie nicht geprüft. Im Warentest 2022 stand die Soft-Filtered-Water-Extra-Kartusche in der älteren Penguin-Kanne.
Hardware-Specs
- Volumen
- 2,6 l gesamt, 1,4 l gefiltert (BWT-Shop)
- Maße
- 11,3 × 27,8 × 25,2 cm laut BWT
- Wechselanzeige
- manuell, Datum einstellen; zählt keine Liter
- Spülmaschine
- ja, laut Vida-Produktseite komplett
- Material
- Kanne SAN und ABS, Kartusche PP und PPS, BPA-frei laut BWT
- Kartusche im Set
- Magnesium, laut BWT 120 l bei 15–18 °d, 4 Wochen, 25–30 mg/l Magnesium im Filtrat
Stärken
- 15,29 € am 12.10.2026, Amazon-Tiefstpreis laut camelcamelcamel
- Laut BWT komplett spülmaschinengeeignet
- BWT nennt die Kunststoffe (SAN, ABS, PP, PPS) und BPA-Freiheit
- Vier Kartuschentypen mit beziffertem pH und Mineralangaben im BWT-Shop
- Durchlaufzeit pro Trichterfüllung angegeben (5 Minuten)
Schwächen
- Kein Rücknahmeprogramm: BWT nennt den Hausmüll für leere Kartuschen
- Anzeige zählt keine Liter, das 120-Liter-Limit musst du selbst im Blick haben
- BWT beruft sich auf die 2018 ersetzte DIN 10521
- 4,5 Sterne aus 1.090 Bewertungen, identisch mit einem anderen BWT-Listing (gepoolt)
Für wen geeignet
Wer eine günstige Kanne sucht, Magnesium im Filtrat ausdrücklich möchte und weniger als rund vier Liter am Tag filtert, sodass das Vier-Wochen-Datum vor dem Literlimit greift.
Wer nicht zugreifen sollte
Wer leere Kartuschen zurückgeben möchte oder eine Anzeige braucht, die gefilterte Liter mitzählt.
Halbjahresvorrat für Brita-Kannen bei weichem bis mittelhartem Wasser, mit Rücknahme über Brita
BRITA
MAXTRA PRO Pure Performance Filterkartuschen, 6er-Pack

Pure Performance ist bei Brita der Nachfolger der MAXTRA PRO All-in-1; Maxtra+, die 2022 im Warentest stand, nennt Brita als Vorgänger der MAXTRA-PRO-Reihe. Brita gibt 4 Wochen oder 150 Liter an und hat die Kalkreduktion laut Fußnote bei 11 °dH bis 120 Liter nach DIN EN 17093:2018 prüfen lassen; die österreichische Seite nennt 150 Liter. Die Sechserpackung kostete bei Amazon 29,56 Euro über einen Drittanbieter, im Brita-Shop 47,69 Euro. Ein unabhängiger Labortest dieser Kartusche liegt in den ausgewerteten Quellen nicht vor.
Hardware-Specs
- Laufzeit
- 4 Wochen oder bis 150 l (brita.de)
- Kalkreduktion
- nach DIN EN 17093:2018 bei 11 °dH bis 120 l geprüft (brita.de); brita.at nennt 150 l
- Einsatzbereich
- weiches bis mittelhartes Wasser laut Brita
- Filterstoffe
- Aktivkohle aus Kokosnussschalen, Ionenaustauscher-Perlen, extrafeines Netzgewebe
- Kosten
- 4,93 € pro Stück, 3,3 ct/l bei 150 l (eigene Rechnung)
Stärken
- 4,93 € pro Stück, 3,3 ct/l bei voller Herstellerkapazität
- Rückgabe über Sammelboxen im Handel oder per Post ab 6 Stück
- Brita nennt die aktuelle Prüfnorm DIN EN 17093:2018
- PFAS-Reduktion laut Brita nach NSF/ANSI 53 getestet (Herstellerangabe)
- 4,7 Sterne aus 18.022 Bewertungen
Schwächen
- Verkauf über Drittanbieter, nicht durch Amazon
- Für hartes Wasser empfiehlt Brita eine andere Kartusche
- Kalk-Testmenge widersprüchlich (120 l in DE, 150 l in AT)
- „Statt 30,99 €“ ist kein belegter Vorher-Preis
Für wen geeignet
Wer eine Brita-Kanne besitzt, Wasser bis etwa 14 °dH hat und Kartuschen gesammelt zurückschicken will.
Wer nicht zugreifen sollte
Wer sehr hartes Wasser enthärten will oder die Kartusche nur bei einem Händler kaufen möchte, der selbst verkauft und versendet.
Halbjahresvorrat für BWT-Nutzer, die Magnesium im gefilterten Wasser wollen
BWT
Magnesium-Filterkartuschen, 6er-Pack (Amazon-Titel „Longlife“)

Unter dem Titel „Longlife“ verkauft Amazon selbst eine Sechserpackung BWT-Magnesium-Kartuschen für 28,99 Euro, 4,83 Euro pro Stück und knapp über dem camelcamelcamel-Durchschnitt von 27,79 Euro. BWT führt im deutschen Shop die Kartusche „Magnesium Mineralized Water“, eine Kartusche namens Longlife dagegen nicht; Händler ordnen „Longlife Mg2+“ der Brita-Maxtra-Bauform zu. Welche Bauform dieses Listing genau hat, geht aus den ausgewerteten Daten nicht eindeutig hervor. Die technischen Werte stammen deshalb aus dem BWT-Shop für Magnesium Mineralized Water.
Hardware-Specs
- Kapazität
- 120 l bei 15–18 °d Gesamthärte, 4 Wochen (BWT-Shop, Magnesium Mineralized Water)
- Magnesium im Filtrat
- 25–30 mg/l laut BWT
- pH gefiltert
- 6,3–7,0 laut BWT
- Chlor
- Reduktion über 80 % laut BWT
- Kosten
- 4,83 € pro Stück, 4,0 ct/l bei 120 l (eigene Rechnung)
- Bauform
- im ausgewerteten Material nicht eindeutig belegt, Kannenpassung im Listing prüfen
Stärken
- 4,83 € pro Stück, Verkauf durch Amazon
- 4,8 Sterne aus 5.123 Bewertungen
- Magnesiumabgabe und pH vom Hersteller beziffert
- Chlorreduktion über 80 % angegeben
Schwächen
- Bauform und Kannenpassung im ausgewerteten Material nicht eindeutig
- Kein Rücknahmeprogramm, Entsorgung laut BWT über den Hausmüll
- Kein unabhängiger Test einer BWT-Magnesium-Kartusche
- pH ab 6,3 laut BWT, unter der Indikatorspanne der TrinkwV für Leitungswasser
Für wen geeignet
Wer bereits eine BWT-Kanne nutzt, Wasser um 15 bis 18 °d hat und das Magnesium im Filtrat bewusst wählt.
Wer nicht zugreifen sollte
Wer ohne Rückfrage beim Händler sicher sein will, dass die Kartusche in eine bestimmte Kanne passt.
Taunusstein 1966, Mondsee 1990: zwei Firmen und ihre Wege zur Filterkartusche
Die Geschichte von Brita beginnt nach der Darstellung auf brita.de mit Heinz Hankammer, der das Unternehmen 1966 in Taunusstein gründete und es nach Brita Hankammer benannte. Ab 1970 kamen Tischwasserfilter dazu, also genau die Produktklasse, um die es hier geht. 1992 begann Brita, verbrauchte Kartuschen zurückzunehmen, nach eigener Aussage „als erstes Unternehmen der Branche“; prüfen lässt sich dieser Superlativ mit den vorliegenden Quellen nicht. 1999 übernahm Markus Hankammer die Spitze. 2021 eröffnete Brita ein Werk in Bad Camberg, und 2026 feiert das Unternehmen sein 60-jähriges Bestehen mit einer hellgrünen Glas-Jubiläumsedition der Tischwasserfilter-Kanne.
Heute tritt Brita im Shop-Footer als „BRITA SE“ auf, eine Europäische Aktiengesellschaft. Die Unternehmensseite nennt 2.400 Mitarbeitende weltweit, 727 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2024, 27 Tochtergesellschaften und Lieferungen in 70 Länder. Mehr als 80 Prozent des Umsatzes entstehen außerhalb Deutschlands. Wem die Anteile gehören, steht auf keiner der ausgewerteten Brita-Seiten.
BWT erzählt eine andere Art von Geschichte. Auf bwt.com beschreibt das Unternehmen seine Gründung im Jahr 1990 als Management-Buy-out: Andreas Weißenbacher kaufte die „Benckiser Wasser Technik“ heraus. Die Wurzeln reichen laut BWT bis 1823 zurück, zu Johann Adam Benckiser. Erster Sitz war Hallein, „zwei Jahre später“ zog die Firma nach Mondsee. BWT war als BWT AG an der Wiener Börse notiert; am 5.10.2017 endete die Notierung, am 1.10.2020 wurde aus der AG die BWT Holding GmbH mit Sitz in A-5310 Mondsee. Über 6.500 Menschen arbeiten laut BWT für das Unternehmen. Ein Umsatz für die Kannensparte oder den Konzern wird auf den ausgewerteten Seiten nicht genannt.
Für die Kannen ist ein weiterer BWT-Satz aufschlussreich. In der FAQ zu Tischwasserfiltern schreibt BWT, alle Filterkartuschen würden in Mondsee produziert, die Kannen selbst, dort „Filter-Systeme“ genannt, in Italien. Brita nennt für einzelne Kannen keinen Produktionsort; das Werk Bad Camberg ist das einzige mit Jahreszahl belegte.
| Merkmal | Brita | BWT |
|---|---|---|
| Ursprung laut Hersteller | 1966, Taunusstein (Hessen) | 1990, Management-Buy-out aus Benckiser Wasser Technik; Wurzeln laut BWT 1823 |
| Gründer / Schlüsselperson | Heinz Hankammer; ab 1999 Markus Hankammer an der Spitze | Andreas Weißenbacher |
| Sitz heute | Taunusstein | Mondsee (Österreich), zuvor Hallein |
| Rechtsform | BRITA SE | BWT Holding GmbH (bis 1.10.2020 BWT AG, Börsenrückzug 5.10.2017) |
| Beschäftigte | 2.400 weltweit | über 6.500 |
| Umsatz | 727 Mio. € (2024) | k. A. |
| Tischwasserfilter seit | 1970 laut Brita | k. A. |
| Kartuschen-Rücknahme | ab 1992, eigenes Recycling am Hauptsitz | für Kannenkartuschen nicht angeboten |
| Produktionsort Kartuschen | k. A. für Kannenkartuschen | Mondsee |
| Produktionsort Kannen | k. A. | Italien |
Was die Herkunft für Käufer bedeutet und was nicht
Aus Gründungsjahren lässt sich keine Filterleistung ableiten. Zwei Folgen der unterschiedlichen Firmengeschichten lassen sich aber belegen. Erstens hat Brita ein Rücknahmesystem, das an ein eigenes Recyclingzentrum am Hauptsitz gekoppelt ist; BWT nennt für Kannenkartuschen den Hausmüll und bietet Recycling nur für Inline-Kartuschen der Haustechnik an. Zweitens ist die Dokumentation unterschiedlich verteilt: BWT legt in Shop und FAQ Kunststoffarten, pH-Werte und Mineralabgaben pro Kartusche offen, Brita nennt Prüfnorm und Kapazität genauer, versteckt die Silberbehandlung aber in der Bedienungsanleitung. Beides wird in den folgenden Abschnitten einzeln belegt.
Was sich nicht belegen lässt: Marktanteile beider Marken in Deutschland, Eigentumsverhältnisse jenseits von Rechtsform und Leitung und die Frage, welche Marke „Marktführer“ ist. Konkurrenzseiten verwenden diesen Begriff häufig, eine Quelle dafür nennen sie nicht. Deshalb steht er hier nicht.
Wasserstoff gegen Magnesium: was die Ionenaustauscher der beiden Kartuschen abgeben
Die Stiftung Warentest erklärt die Funktionsweise im Test 7/2022 in zwei Sätzen, die für alle geprüften Kartuschen galten. Aktivkohle bindet organische Stoffe und Schwermetalle. Kunstharze tauschen Calcium und Magnesium gegen Wasserstoff. Das Wasser wird dadurch anfangs weicher und saurer und enthält weniger Mineralien. KONSUMENT beschreibt dasselbe Prinzip und ergänzt, dass die Kapazität im Gebrauch sinkt und sich Schadstoffe in der Aktivkohle anreichern.
Warum das Wasser saurer wird, folgt aus der Chemie des Kalks. Ein Teil der Härtebildner liegt im Leitungswasser zusammen mit Hydrogencarbonat vor, daher der Begriff Karbonathärte. Gibt das Harz Wasserstoffionen ab, reagieren sie mit dem Hydrogencarbonat zu Kohlensäure, die zum Teil als Kohlendioxid entweicht. Weniger Calcium und weniger Hydrogencarbonat heißt weniger Kalk, der sich im Wasserkocher absetzen kann; die frei werdende Säure senkt den pH-Wert. Diese Einordnung ist Lehrbuchchemie und keine Messung an einer bestimmten Kartusche.
Brita: Kokosnusskohle, Austauscherperlen, keine Mineralangabe
Brita beschreibt die MAXTRA PRO Pure Performance auf der Produktseite mit drei Filterstoffen: Aktivkohle aus Kokosnussschalen, Ionenaustauscher-Perlen und ein extrafeines Netzgewebe. Einen pH-Wert des gefilterten Wassers oder eine Mineralzusammensetzung nennt Brita nicht. Die Bedienungsanleitung enthält dafür einen Satz, der in keiner Werbung steht: Anfangs könne der Kaliumgehalt leicht steigen, Nierenkranke sollten ihren Arzt fragen. Außerdem könnten feine Kohlepartikel ins Wasser gelangen, die Brita als unbedenklich bezeichnet. Vor dem ersten Gebrauch soll die Kartusche geschwenkt und das Wasser der ersten zwei Trichterfüllungen verworfen werden. Bei der Herstellung wird sie laut Anleitung heißdampfbehandelt.
Für hartes Wasser hat Brita eine zweite Kartusche, die MAXTRA PRO Extra Kalkschutz. Die Pure Performance ist laut Brita für weiches bis mittelhartes Wasser gedacht, die Extra Kalkschutz für hartes bis sehr hartes. Brita wirbt, sie reduziere Kalk „um 50 % besser“ als die Pure Performance; unter welchen Bedingungen dieser Vergleich gemessen wurde, geht aus den erhobenen Herstellerdaten nicht hervor. Gehäuse und Deckel bestehen nach Herstellerangabe zu 50 Prozent aus biobasiertem Material, gerechnet nach einem Massenbilanz-Ansatz.
BWT: vier Kartuschen, vier pH-Spannen
BWT legt die Chemie offener auf den Tisch, zumindest in Zahlen. Im deutschen Shop stehen am 12.10.2026 unter anderem diese Kartuschen, alle mit vier Wochen Wechselintervall, Chlorreduktion über 80 Prozent und fünf Minuten Durchlaufzeit pro Trichterfüllung:
| Bild | Kartusche | Kapazität laut BWT | Magnesium im Filtrat | pH gefiltert | Kalkschutz | Preis BWT-Shop 12.10.2026 |
|---|---|---|---|---|---|---|
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Magnesium Mineralized Water | 120 l bei 15–18 °d Gesamthärte | 25–30 mg/l | 6,3–7,0 | ja | 3er 19,90 €, 12er 64,90 € |
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ZINC + Magnesium | 120 l bei 15–18 °d (Produktseite „KH“, FAQ „TH“) | 25–30 mg/l, dazu 1 ppm Zink | 6,3–7,0 | ja | 3er 25,90 € |
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Soft Filtered Water EXTRA | 120 l bei 12–14 °d KH (FAQ: 15–18 °d) | keine | 5,5–7,0 | ja | 3er 17,90 € |
| – | Balanced Alkalized + Magnesium | 120 l | 25–30 mg/l | 8–9 (FAQ: über 8,5) | laut Tabelle nein | 3er 26,90 € |
Zwei Dinge fallen auf. Die Soft-Extra-Kartusche, die die Stiftung Warentest 2022 geprüft hat, liefert laut BWT Wasser mit einem pH von 5,5 bis 7,0 und gibt kein Magnesium ab. Sie arbeitet also nach dem Prinzip, das Warentest beschreibt. Für die Magnesium-Kartusche nennt BWT einen pH von 6,3 bis 7,0, also neutral bis leicht sauer. Ein Harz, das ausschließlich Magnesium abgibt, hätte keinen Grund, das Wasser in den sauren Bereich zu verschieben; die Angabe passt eher zu einem Austauscher, der zusätzlich Wasserstoffionen abgibt. Wie das Harz tatsächlich beladen ist, beschreibt BWT in den ausgewerteten Quellen nicht. Diese Folgerung ist eine Ableitung aus den Herstellerzahlen, keine BWT-Aussage.
Bei der Balanced-Alkalized-Kartusche widerspricht sich BWT selbst: In der Vorteile-Liste steht „Reduziert den Kalkgehalt“, in den technischen Details „Kalkschutz: Nein“, und eine Fußnote nimmt die Kartusche ausdrücklich vom Kalkschutz aus. Für die Silicate-+-Magnesium-Kartusche nennt BWT nur, dass sie keinen Kalkschutz bietet; weitere Daten fehlen.
Was 25 bis 30 Milligramm bedeuten und was nicht
Bei zwei Litern gefiltertem Wasser am Tag kämen mit der Magnesium-Kartusche rechnerisch 50 bis 60 Milligramm Magnesium aus der Kanne, sofern die Herstellerangabe über die ganze Laufzeit stimmt. Ob das ernährungsphysiologisch ins Gewicht fällt, lässt sich mit den hier ausgewerteten Quellen nicht beurteilen; eine Zufuhrempfehlung gehört nicht zu dieser Recherche, und eine Messung des Magnesiumverlaufs über 120 Liter hat kein unabhängiges Institut veröffentlicht. Konkurrenzseiten schreiben der Kartusche Eignung „für Sportler“ oder einen „gesünderen“ Geschmack zu. Belege dafür nennen sie nicht.
Der pH-Wert verdient einen nüchternen Blick. Die Trinkwasserverordnung nennt für Leitungswasser als Indikatorparameter eine Spanne von 6,5 bis 9,5. Die von BWT angegebene Untergrenze der Magnesium-Kartusche liegt mit 6,3 darunter, die der Soft-Extra-Kartusche mit 5,5 deutlich. Ob die Verordnung für Wasser gilt, das zu Hause durch eine Kanne gelaufen ist, ist rechtlich nicht belegt; Tischwasserfilter sind nachgeschaltete Haushaltsgeräte. Brita nennt für ihre Kartuschen gar keinen pH-Wert, sodass sich die beiden Marken in diesem Punkt nicht vergleichen lassen.
Was bleibt, ist eine Geschmacks- und Gerätefrage. Weniger Karbonathärte heißt weniger Kalk im Wasserkocher; Kaffee und Tee reagieren auf Härte und pH. Eine Messreihe dazu mit genau diesen beiden Kartuschen gibt es in den ausgewerteten Quellen nicht. Die Stiftung Warentest schrieb schon 2009, kleine Tischfilter, die Wasser weicher machen, könnten den Geschmack von Tee verbessern.
150 gegen 120 Liter: Kapazität, Wechselrhythmus und Literpreis beider Marken
Auf der Packung stehen zwei Zahlen, die direkt vergleichbar aussehen: Brita Pure Performance „4 Wochen oder bis zu 150 Liter“, BWT Magnesium „120 Liter“ bei vier Wochen Wechselintervall. Sie messen aber nicht dasselbe.
Brita stützt die Kalkreduktion in einer Fußnote auf eine Prüfung nach DIN EN 17093:2018 mit Wasser von 11 °dH „für bis zu 120 l Kalkreduktion“. Die 150 Liter sind damit die Gesamtlaufzeit, für die Kalkwirkung nennt die deutsche Seite 120 Liter. Die österreichische Brita-Seite schreibt dagegen, die Reduktion der Karbonathärte sei bis 150 Liter getestet. Welche Angabe gilt, lässt sich ohne Prüfbericht nicht klären. BWT bezieht die 120 Liter auf Wasser mit 15 bis 18 Grad deutscher Gesamthärte. Die Bezugshärte liegt bei BWT also um vier bis sieben Grad höher als bei Brita. Wie viel Härte jeweils entfernt wird, sagen beide nicht. Ein Vergleich der reinen Literzahlen sagt deshalb wenig darüber, welche Kartusche mehr Kalk bindet.
Ein weiteres Detail ändert die Rechnung im Alltag: das Vier-Wochen-Limit. Um 150 Liter in 28 Tagen zu filtern, brauchst du im Schnitt 5,4 Liter am Tag; für 120 Liter sind es 4,3 Liter. Wer weniger filtert, wechselt nach vier Wochen eine Kartusche, deren Literkapazität noch nicht ausgeschöpft ist. Die Literzahl auf der Packung wird dann zur Theorie, und der Literpreis steigt.
Was die Stiftung Warentest über die Kapazität herausfand
Die wichtigste Zahl zur Kapazität stammt aus dem Test 7/2022, nicht vom Hersteller. Fast alle frischen Filter machten das Prüfwasser von rund 16,5 °dH weich. Schon nach dem ersten Viertel der Anbieterkapazität kam aber nur noch mittelhartes Wasser heraus, auch beim besten Filter. Die Schweizer Zeitschrift K-Tipp hat SWT-Werte für Brita wiedergegeben (sekundär): Anfangs senkten die Brita-Kannen die Härte um 80 Prozent, nach 25 Litern nur noch um 35 Prozent. KONSUMENT fasste zusammen, kein Filter habe über die ganze Nutzungsdauer Wasser von 17 auf 10 °dH gesenkt.
Das betrifft die Kartuschen von 2022, Maxtra+ mit 100 Litern und Soft Filtered Water Extra mit 120 Litern Anbieterkapazität. Ob die heutigen Nachfolger länger enthärten, hat niemand unabhängig gemessen. Wer die Kartusche nur so lange nutzen wollte, wie sie das Wasser wirklich weich macht, müsste nach diesem Befund nach einem Viertel der Kapazität wechseln: bei Brita nach 37,5 Litern, bei BWT nach 30 Litern. Mit den Amazon-Preisen vom 12.10.2026 wären das 13,1 Cent pro Liter bei Brita und 16,1 Cent bei BWT. Diese Rechnung ist eine Ableitung aus dem Warentest-Befund, keine Warentest-Zahl.
Literpreise am 12.10.2026
| Bild | Kartusche und Packung | Verkauf | Preis 12.10.2026 | pro Stück | ct/l bei Herstellerkapazität |
|---|---|---|---|---|---|
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BRITA Pure Performance, 6er | Amazon.de, avantrado.shop | 29,56 € | 4,93 € | 3,3 (150 l) |
| – | BRITA Pure Performance, 6er | brita.de | 47,69 € | 7,95 € | 5,3 (150 l) |
| – | BRITA Pure Performance, 12er einmalig | brita.de | 73,89 € | 6,16 € | 4,1 (150 l) |
| – | BRITA Pure Performance, 12er im Spar-Abo | brita.de | 55,42 € | 4,62 € | 3,1 (150 l) |
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BRITA Extra Kalkschutz, 6er | Amazon.de, Amazon | 34,99 € | 5,83 € | 3,9 (150 l) |
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BWT Magnesium („Longlife“), 6er | Amazon.de, Amazon | 28,99 € | 4,83 € | 4,0 (120 l) |
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BWT Longlife Mg2+, 3+1 | Amazon.de, Amazon | 19,99 € | 5,00 € | 4,2 (120 l) |
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BWT Magnesium Mineralizer, 12er | Amazon.de, kochen-essen-wohnen | 58,50 € | 4,88 € | 4,1 (120 l) |
| – | BWT Magnesium Mineralized Water, 3er | BWT-Shop | 19,90 € | 6,63 € | 5,5 (120 l) |
| – | BWT Magnesium Mineralized Water, 12er | BWT-Shop | 64,90 € | 5,41 € | 4,5 (120 l) |
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BWT Magnesium + Zink, 3er | Amazon.de, Amazon | 23,86 € | 7,95 € | 6,6 (120 l) |
Auffällig ist die Spanne innerhalb jeder Marke. Dieselbe Brita-Sechserpackung kostete bei einem Amazon-Drittanbieter 29,56 Euro und im Brita-Shop 47,69 Euro, 18,13 Euro mehr. Billiger als bei Amazon war Brita nur im Zwölfer-Spar-Abo des eigenen Shops. Bei BWT war die Sechserpackung bei Amazon günstiger als das Zwölferpack im eigenen Shop. Die Vergleichspreise auf Amazon, etwa „Statt 30,99 €“ bei der Brita-Packung, sind keine belegten Vorher-Preise und wurden nicht als Ersparnis gerechnet. Für die BWT-Sechserpackung zeigt camelcamelcamel einen Durchschnitt von 27,79 Euro und einen Tiefstpreis von 18,73 Euro aus dem Januar 2017; 28,99 Euro lagen am 12.10.2026 knapp über dem Schnitt.
Zum Vergleich mit 2022: Im Warentest kostete eine Brita Maxtra+ 5,00 Euro, eine BWT Soft Filtered Water Extra 6,00 Euro, bei 100 bzw. 120 Litern Anbieterkapazität beide 5,0 Cent pro Liter. Leitungswasser kostet laut Umweltbundesamt rund 0,2 Cent pro Liter, für einen Cent bekommt man etwa fünf Liter.
Ein Jahr mit Kanne und Kartuschen gerechnet
Die folgende Rechnung nimmt die beiden Einstiegskannen mit je einer Kartusche im Set (Style Essential 24,99 Euro, Vida 15,29 Euro) und die Sechserpackungen von Amazon (4,93 bzw. 4,83 Euro pro Stück). Gewechselt wird nach vier Wochen oder bei erreichter Literzahl, je nachdem, was zuerst eintritt.
| Szenario | Gefiltert im Jahr | Kartuschen Brita | Kartuschen BWT | Erstes Jahr Brita | Erstes Jahr BWT | Folgejahr Brita | Folgejahr BWT |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2 Liter am Tag | 730 l | 13 (Zeitlimit) | 13 (Zeitlimit) | 84,11 € | 73,27 € | 64,05 € | 62,81 € |
| 5 Liter am Tag | 1.825 l | 13 (Zeitlimit, 140 l je Kartusche) | 15 bis 16 (Literlimit nach 24 Tagen) | 84,11 € | 87,77 € | 64,05 € | 73,48 € bis 77,31 € |
Bei zwei Litern am Tag ist BWT im ersten Jahr 10,84 Euro günstiger, fast ausschließlich wegen der billigeren Kanne; im Folgejahr liegen beide nur 1,24 Euro auseinander. Der Literpreis beträgt in diesem Szenario 8,8 Cent bei Brita und 8,6 Cent bei BWT, mehr als doppelt so viel wie die Packungsrechnung nahelegt, weil beide Kartuschen nach vier Wochen erst 56 Liter gefiltert haben. Bei fünf Litern am Tag dreht sich das Bild: Die Brita-Kartusche hält die vier Wochen durch, die BWT-Kartusche ist nach 24 Tagen bei 120 Litern. Dann braucht BWT 15 bis 16 Kartuschen im Jahr und wird 3,66 Euro teurer als Brita, im Folgejahr bis zu 13,26 Euro.
Öko-Test nennt in einem Ratgeber, der zuletzt am 26.08.2026 geändert wurde, für gefiltertes Wasser 15 Cent pro Liter einschließlich Anschaffung und Wechsel, legt den Rechenweg aber nicht offen. Rechnet man das erste Jahr bei zwei Litern Verbrauch inklusive Kanne, kommen 11,5 Cent (Brita) und 10,0 Cent (BWT) pro Liter heraus. Die Öko-Test-Zahl ist damit näher an der Realität eines kleinen Haushalts als die 3 bis 4 Cent der Packungsrechnung, auch wenn sie sich nicht nachrechnen lässt. Literpreise weiterer Kannen von Aquaphor, Philips und Amazon Basics stehen im großen Vergleich der Filterkannen mit Labor- und Kostenwerten.
Brita und BWT im Warentest 2022: Noten, Härteverlauf, Keime
Der Test, auf den sich fast jede Markenseite und jeder Vergleich beruft, erschien online am 22.06.2022 und im Heft test 7/2022. Die Stiftung Warentest hatte die Produkte von Oktober bis Dezember 2021 eingekauft und die Preise im April 2022 bei den Anbietern erfragt. Im Feld standen acht Filter: sechs Originalkartuschen in Kannen des jeweiligen Anbieters und zwei Fremdkartuschen in einer Brita Marella Cool. Brita war zweimal vertreten, mit derselben Kartusche in zwei verschiedenen Kannen. BWT war einmal vertreten.
| Bild | Kartusche | Kanne | Kartusche 2022 | Starterset 2022 | Kapazität laut Anbieter | ct/l | Filtervolumen | Müll pro Jahr* | Urteil |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| – | Brita Maxtra+ | Marella Cool 2,4 l | 5,00 € | 15,40 € | 100 l | 5,0 | 1,40 l | 2,1 kg | „befriedigend (3,5)“, sekundär über t-online |
| – | Brita Maxtra+ | Style Cool 2,4 l | 5,00 € | 21,90 € | 100 l | 5,0 | 1,40 l | 2,1 kg | „befriedigend (3,5)“, sekundär über t-online |
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BWT Soft Filtered Water Extra | Penguin 2,7 l | 6,00 € | 20,00 € (inkl. 1 Magnesium-Kartusche) | 120 l | 5,0 | 1,50 l | 1,8 kg | „ausreichend“, abgeleitet; Platz 3 laut heidelberg24 (sekundär) |
*Warentest-Fußnote: aus Trockengewicht der Kartusche und Anbieterkapazität, Annahme 5 Liter gefiltertes Wasser pro Tag. Das Bild in der BWT-Zeile zeigt das aktuelle Amazon-Listing der Penguin-Kanne, nicht die geprüfte Kombination.
Woher die Noten stammen
Frei lesbar sind bei test.de die Methodik, das Testfeld, die Produktmerkmale und die Pressemitteilung. Die Einzelnoten kosten 4,90 Euro und wurden für diese Seite nicht eingesehen. Die Pressemitteilung nennt die Verteilung: zweimal „befriedigend“, fünfmal „ausreichend“, einmal „mangelhaft“. Die besseren Filter kämen „nur knapp“ auf befriedigend. Mangelhaft war eine Fremdkartusche, die schon neu schlecht enthärtete und Schimmelpilze ins Wasser trug. t-online nannte am Tag der Veröffentlichung für beide Brita-Kombinationen „befriedigend (3,5)“. Wenn beide befriedigenden Urteile an Brita gingen, bleibt für BWT nur „ausreichend“; heidelberg24 nennt BWT und Philips auf den Plätzen 3 und 4. Das Verbraucherportal desired.de nennt in einer Übersicht vom 07.05.2025 für die BWT-Kartusche „ausreichend (4,0)“ mit den Teilnoten Filterfunktion 4,5, Einträge 2,5 und Handhabung 2,3; für Brita gibt es dort ebenfalls 3,5 mit Einträgen 2,5 und Handhabung 2,4. Alle diese Ziffern sind sekundär, die Originaltabelle haben wir nicht eingesehen.
Wie gemessen wurde
Die Gewichtung erklärt, warum zwei Kannen mit Kalkproblemen trotzdem verschiedene Urteile bekamen. Die Filterfunktion zählte 55 Prozent. Dafür setzte Warentest Prüfwasser mit etwa 16,5 °dH an, laut Startseite rund der deutsche Durchschnitt, und versetzte es mit Stoffen aus Leitungen und Armaturen. Gemessen wurde nach 5, 25, 50, 75 und 100 Prozent der Anbieterkapazität. Die Härtereduktion bewertete Warentest getrennt für die erste und die zweite Hälfte der Laufzeit; nach jedem Durchgang kam das Wasser in einen Wasserkocher, am Ende wurde der Kesselstein bewertet. Dazu wurden Trichlormethan, Blei und Kupfer gemessen.
Einträge durch den Filter zählten 15 Prozent. Hier untersuchte Warentest das Filtrat auf Silber und prüfte den Verkeimungsschutz in einem Urlaubsszenario: Die Kartuschen standen eine Woche bei Zimmertemperatur, ohne dass das Wasser abgekocht wurde, dann wurde weitergefiltert und der zehnte Liter auf Bakterien und Schimmelpilze untersucht. Die Handhabung zählte 30 Prozent, darunter Gebrauchsanleitung, Filterwechselanzeige, Filtrierzeit und die Frage, ob die Silberabgabe deklariert ist. War die Härtereduktion in der zweiten Hälfte mangelhaft, wurde die Filterfunktion um eine Note abgewertet.
Was beide Marken gemeinsam hatten
Drei Befunde galten für alle Kannen und damit für Brita wie BWT. Erstens: Nach dem ersten Viertel der Kapazität kam nur noch mittelhartes Wasser heraus. Zweitens: Im Keimtest fand Warentest Bakterien „in allen Kannen“, in einem Modell zusätzlich Schimmelpilze. Drittens: Die besseren Filter erreichten nur knapp befriedigend; empfehlenswert war laut Überschrift der Pressemitteilung keiner. Stephan Scherfenberg von der Stiftung Warentest kommentierte, höchstens für Teegourmets könne ein Wasserfilter zu Hause interessant sein.
Der SWR-Laborcheck 2026: beide Marken ohne Keimbefund
Neuer, aber deutlich kleiner ist ein Laborcheck von ARD Marktcheck, den der SWR am 28.08.2026 veröffentlicht hat. Geprüft wurde je eine Kanne von Brita (rund 26 Euro), BWT (rund 25 Euro), Lidl Silvercrest und Acala. Welche Brita- und welche BWT-Kanne es war, nennt der Text nicht, Messzahlen werden nicht veröffentlicht. Das Fraunhofer IGB untersuchte Schwermetalle und Keime, das Hydrologie-Labor der Universität Freiburg die Härte. Ergebnis: Bei Brita und BWT fanden die Labore keine Keimauffälligkeiten, die Schwermetalle lagen bei allen Proben im grünen Bereich, und beide Kartuschen enthärteten neu deutlich, bei halber Kapazität „deutlich schwächer“. Auffällig war nur die Acala-Kanne mit Keimen im roten Bereich. Weil je Marke nur eine Stichprobe lief, taugt der Check nicht als Rangliste zwischen Brita und BWT – er bestätigt aber den Härteverlauf aus dem Warentest 2022.
Silberwerte, Keimzahlen und die Einzelnoten für Blei, Kupfer und Trichlormethan stehen hinter der Bezahlschranke. Welche der beiden Marken mehr Silber abgab oder mehr Keime zeigte, lässt sich deshalb nicht sagen.
Was der Test über die heutigen Kartuschen nicht sagt
Der Test ist über vier Jahre alt. Ein Leser fragte am 09.02.2026 auf test.de nach einer Neuauflage; die Redaktion antwortete, der Testwunsch sei registriert. Ein neuerer Warentest zu Filterkannen ließ sich bis zum 12.10.2026 nicht finden. Beide geprüften Kartuschen sind nicht das, was die Hersteller heute vorrangig verkaufen. Brita listet Maxtra+ als Vorgänger der MAXTRA-PRO-Reihe; zwischen ihr und der Pure Performance lag noch die All-in-1. BWT verkauft die Soft-Extra-Kartusche weiterhin, die Magnesium-Kartusche aber, die im Penguin-Set von 2022 sogar beilag, hat Warentest nicht geprüft. Wer die Note von 2022 auf die BWT-Magnesium-Kartusche überträgt, überträgt sie auf ein anderes Produkt.
Die anderen Tests mit Brita oder BWT
| Test | Jahr | Brita im Feld | BWT im Feld | Was frei belegt ist |
|---|---|---|---|---|
| KONSUMENT (VKI) | 2022 | Maxtra+ | Soft Filtered Water Extra | 5 Fabrikate, Partnertest zu Warentest; Testsieger nur „durchschnittlich“, Einzelurteile Bezahlinhalt |
| ETM Testmagazin | 02/2020 | Marella graphit mit Maxtra+: 90,6 %, Platz 1 von 4 (sekundär über testsieger.de) | nein | Methodik unbekannt, Original-ETM-Seite nicht gefunden |
| Which? (UK) | April 2025 | Marella 2,4 l | nein | 10 Kannen, Ergebnisse Bezahlinhalt, kein Keim- oder Silbertest |
| KONSUMENT (VKI) | Preise Frühjahr 1999 | „Brita Kannenfilter“ | nein | 4 Geräte, alle „nicht zufriedenstellend“; Brita: Silberabgabe „sehr groß“, Keimzahl „sehr gering“ |
| Stiftung Warentest | test 5/2015 | nicht belegbar | nicht belegbar | 9 Filter, 3 × befriedigend; Modellliste nicht mehr abrufbar |
Ein Testurteil, das Brita und BWT mit ihren heutigen Kartuschen nebeneinanderstellt, gibt es damit nicht. Der ETM-Wert von 2020 ist sekundär und ohne bekannte Methodik; er steht im Ton gegen den Warentest-Befund und sollte nicht als Gegenbeweis gelesen werden. Die KONSUMENT-Tabelle von 1999 ist historisch interessant, weil sie einen Zielkonflikt zeigt, der heute noch gilt: Brita gab damals viel Silber ab und hatte wenig Keime, zwei andere Geräte gaben wenig Silber ab und hatten viele Keime. Darum geht es zwei Abschnitte weiter.
DIN EN 17093 statt DIN 10521: welche Norm auf welcher Packung steht
Bis 2018 galt für Kannenfilter in Deutschland die DIN 10521:2009-02, „Lebensmittelhygiene – Leitungsunabhängige Haushaltswasserfilter – Haushaltswasserfilter auf der Basis von Kationenaustauschern und Aktivkohle“. Sie regelte laut Normeintrag Werkstoffe mit Wasserkontakt sowie mikrobiologische und chemische Parameter samt Prüfverfahren. Im Oktober 2018 erschien die DIN EN 17093:2018-10, eine europäische Norm mit 40 Seiten für leitungsungebundene Haushaltswasserfiltersysteme. Der Eintrag bei DIN Media sagt es ohne Umschweife: „Dieses Dokument ersetzt DIN 10521:2009-02.“ Austrian Standards führt die DIN 10521 als zurückgezogen.
Die neue Norm umfasst laut DIN Anforderungen an Werkstoffe und Auslegung, Leistungsanforderungen zur Verminderung von Metallen, Kesselstein, freiem Chlor und Nitrat sowie zu Geruch und Geschmack, dazu mikrobiologische Parameter und Prüfverfahren. Sie hält außerdem fest, dass Kannenfilter nur der Nachbehandlung von Trinkwasser dienen, nicht seiner Herstellung. Der Normtext ist kostenpflichtig, Prüfgrenzwerte sind frei nicht einsehbar.
Hier trennen sich die beiden Marken. Brita schreibt auf der Produktseite und in der Bedienungsanleitung, die MAXTRA PRO sei nach DIN EN 17093:2018 auf Blei, Kupfer, Chlor und Karbonathärte getestet. BWT schreibt in der FAQ, die Filterkartuschen erfüllten die mikrobiologischen Anforderungen an Wasserfilter „nach DIN 10521“, ebenso Chlor-, Blei- und Kupferrückhalt nach DIN 10521. Damit beruft sich BWT am 12.10.2026 auf eine Norm, die seit acht Jahren ersetzt ist. Einen Prüfbericht oder ein Zertifikat verlinken beide nicht.
| Angabe | Brita (MAXTRA PRO) | BWT (Kannenkartuschen) |
|---|---|---|
| Genannte Norm | DIN EN 17093:2018 | DIN 10521 (2018 ersetzt) |
| Geprüfte Parameter laut Hersteller | Blei, Kupfer, Chlor, Karbonathärte | Mikrobiologie, Chlor, Blei, Kupfer |
| Prüfwasser Kalk | 11 °dH, bis 120 l (AT-Seite: 150 l) | k. A. zur Norm; Kapazität 120 l bei 15–18 °d |
| PFAS | laut Brita nach NSF/ANSI 53 getestet (PFOS/PFOA), AT-Seite zusätzlich JWPAS B.210 | k. A. |
| Weitere Siegel / Überwachung | k. A. | ISO/HACCP in der Produktion, Lebensmittelqualität „durch den unabhängigen TÜV Rheinland/LGA überwacht“ |
| Prüfbericht verlinkt | nein | nein |
| Fluorid | k. A. | wird laut BWT-FAQ nicht reduziert |
Die Norm entwickelt sich weiter. Im September 2026 erschien der Entwurf DIN EN 17093:2026-09 mit 84 Seiten, der als neue chemische Anforderungen die PFAS-Reduzierung und die Reduzierung von freiem Chlor aufnimmt. Brita wirbt bereits mit PFAS-Reduktion, gestützt auf den US-Standard NSF/ANSI 53; ein Eintrag in einer NSF-Liste ist auf der Brita-Seite nicht verlinkt. Wenn der Entwurf gültig wird, gibt es erstmals einen europäischen Prüfrahmen für genau diesen Werbeanspruch.
Die Verbraucherzentrale rät beim Kauf von Wasserbehandlungsgeräten, auf DVGW- oder DIN-Prüfzeichen zu achten. Ein DVGW-Zeichen hat in dieser Recherche keiner der beiden Hersteller für Kannen genannt. Die Angabe „getestet nach DIN EN 17093“ bei Brita ist eine Herstelleraussage über eine Prüfung, kein Prüfzeichen. Die BWT-Angabe „nach DIN 10521“ bezieht sich auf eine Norm, die als Maßstab nicht mehr gilt. Beides ist etwas anderes als ein unabhängiges Testurteil.
Silber in beiden Kartuschen: Herstellerangaben, WHO-Referenzwert, BfR-Bewertung
Silber ist der Punkt, an dem die beiden Marken sich am stärksten ähneln und am unterschiedlichsten kommunizieren. Beide bestätigen es. Brita schreibt in der Bedienungsanleitung: Der MAXTRA PRO Wasserfilter verfüge über ein speziell mit Silber behandeltes Material, dadurch könnten Spuren von Silber ins Wasser gelangen, unterhalb der WHO-Grenzwerte. Auf den Produktseiten bei brita.de steht Silber unter den Filterstoffen nicht. BWT schreibt in der FAQ, die Filterkartuschen würden sterilisiert und mit einem geringen Silberanteil versehen, „entsprechend den Empfehlungen der WHO“.
Beide Formulierungen verdienen einen Abgleich mit dem, was die WHO tatsächlich schreibt. Das WHO-Datenblatt zu Silber von 2022 nennt keinen formalen Leitwert, sondern einen vorläufigen Referenzwert von 0,1 mg/l. Er gilt laut WHO besonders dort, wo Silber in Point-of-Use-Geräten zur Wasseraufbereitung verwendet wird, also in Geräten wie Filterkannen. Grundlage ist eine angenommene Gesamtaufnahme von 10 Gramm Silber über das Leben ohne beobachtete Wirkung beim Menschen; 0,1 mg/l bei zwei Litern am Tag über 70 Jahre ergibt die Hälfte davon. Das einzige klare Zeichen einer Überdosierung ist Argyrie, eine Verfärbung der Haut. Gleichzeitig hält die WHO fest, Silber werde zur Desinfektion von Trinkwasser nicht empfohlen, ausdrücklich auch nicht in Point-of-Use-Geräten.
Brita spricht also von „Grenzwerten“, wo die WHO einen vorläufigen Referenzwert nennt. BWT spricht von „Empfehlungen der WHO“, wo die WHO vom Einsatz abrät und nur eine Obergrenze für den Fall des Einsatzes angibt. Keine der beiden Aussagen ist falsch im engeren Sinn, beide klingen aber freundlicher als das Datenblatt.
Wie viel Silber ins Wasser kommt
Messwerte pro Kartusche hat die Stiftung Warentest 2022 erhoben, sie stehen aber hinter der Bezahlschranke. Frei verfügbar ist eine Angabe von KONSUMENT: Bei den meisten Modellen seien die Kartuschen mit Silberionen versetzt, dabei landeten bis zu 15 Mikrogramm Silber pro Liter im Wasser; ob das langfristig riskant sei, sei ungewiss. 15 Mikrogramm entsprechen 0,015 mg/l, also 15 Prozent des WHO-Referenzwerts. Die Angabe nennt weder Modell noch Datum und lässt sich keiner der beiden Marken zuordnen.
Was deutsche Behörden dazu sagen
Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat sich 2009 in einer Stellungnahme zu Nanosilber auch zu Silber im Trinkwasser geäußert. Nach der damaligen Zusatzstoff-Zulassungsverordnung waren Silber und einige Silbersalze zur Konservierung von Trinkwasser nach der Entnahmestelle bei nicht systematischem Gebrauch mit höchstens 0,08 mg/l erlaubt. Die Stellungnahme zitiert einen hessischen Antrag, nach dem Silber in Wasserfiltern für Kaffee- und Teewasser zugesetzt werde, um die Verkeimung des Filtermaterials zu verhindern; die Abgabe ins Wasser sei technisch gesteuert und „aktiv gewollt“. Für den Worst Case von 2 Litern am Tag über 70 Jahre bei 0,080 mg/l sah das BfR keine gesundheitlichen Bedenken. Es verwies aber auf Mäuseversuche, in denen sich Silber bei 0,03 mg/l im Trinkwasser in Kleinhirn und Muskel anreicherte, und hielt eine Neubewertung für nötig. Eine BfR-Stellungnahme speziell zu Tischwasserfiltern wurde nicht gefunden.
In der aktuellen Liste der zulässigen Aufbereitungsstoffe nach § 20 Trinkwasserverordnung, die das Umweltbundesamt führt (Fassung vom Januar 2023), kommt Silber nicht vor. Das österreichische Lebensmittelbuch sieht Silber laut KONSUMENT nur für gespeichertes Wasser vor, etwa auf Schiffen, in Schutzhütten oder in Notfällen.
Der Zielkonflikt, den schon 1999 jemand gemessen hat
Warum beide Marken an Silber festhalten, zeigt eine alte KONSUMENT-Tabelle. Bei vier Geräten mit Preisen vom Frühjahr 1999 hatten die Brita-Kanne und eine zweite Kanne eine „sehr große“ Silberabgabe und eine „sehr geringe“ Keimzahl. Zwei direkt angeschlossene Geräte gaben „sehr wenig“ Silber ab und hatten eine „sehr große“ Keimzahl. Silber gegen Keime: Diesen Tausch bieten beide Marken bis heute an. Dass er nicht vollständig aufgeht, zeigt der Warentest 2022: Bakterien fanden sich in allen Kannen, also auch in denen von Brita und BWT, die beide Silber einsetzen.
Für Käufer folgt daraus kein Unterschied zwischen Brita und BWT, sondern ein gemeinsamer Hinweis: Wer Silber im Wasser grundsätzlich vermeiden will, ist bei beiden Marken falsch. Brita sagt es nur in der Anleitung, BWT in der FAQ. Wie die Hersteller die Kartuschen trotz Silber keimarm halten wollen, also mit Wechselintervall, Kühlschrank und dem Verwerfen der ersten Füllungen, beschreibt der Ratgeber zum hygienischen Kartuschenwechsel mit Reinigung und Lagerung.
Rücksendeprogramm gegen Restmüll: was mit der leeren Kartusche passiert
Bei der Entsorgung ist der Unterschied zwischen den beiden Marken am klarsten. Brita nimmt leere Kartuschen zurück, BWT nicht.
Brita beschreibt auf brita.de/recycling zwei Rückgabewege: Sammelboxen im Handel, die sich über einen Store-Finder suchen lassen, oder ein Paket mit mindestens sechs Kartuschen und einem Rücksendeetikett, das der Kundendienst verschickt. Am Hauptsitz zerlegt Brita die Kartuschen. Das Kunststoffgehäuse wird zu Granulat verarbeitet. Das Netz, laut Brita unter 1 Prozent des Kartuschengewichts, wird verbrannt. Die Aktivkohle geht an Lieferanten, wird reaktiviert und anderswo eingesetzt, etwa in der Abwasserbehandlung, aus hygienischen Gründen aber nicht wieder in Brita-Produkten. Den Ionenaustauscher regeneriert Brita in einer eigenen Anlage; er kann in neuen Kartuschen landen.
BWT schreibt in der FAQ zu Tischwasserfiltern: Erschöpfte Filterkartuschen und Filterfüllungen im Hausmüll entsorgen. Eine BWT-Seite mit dem Titel „Filterkartuschen recyceln“ gibt es zwar, sie betrifft aber Inline-Kartuschen für Profi- und Haustechnik-Kunden und bietet dafür einen Gutschein über 10 Prozent. Ein Rücknahmeprogramm für Kannenkartuschen ist bei BWT nicht belegt.
| Punkt | Brita | BWT |
|---|---|---|
| Rücknahme Kannenkartuschen | ja, ab 1992 | nein, Hausmüll laut FAQ |
| Rückgabeweg | Sammelboxen im Handel; Paket ab 6 Kartuschen mit Etikett vom Kundendienst | – |
| Kunststoff | wird zu Granulat | Hausmüll |
| Aktivkohle | reaktiviert, Einsatz außerhalb von Brita-Produkten | Hausmüll |
| Ionenaustauscher | regeneriert, Wiederverwendung in neuen Kartuschen möglich | Hausmüll |
| Kartuschenmüll pro Jahr laut Warentest 2022* | 2,1 kg (Maxtra+) | 1,8 kg (Soft Filtered Water Extra) |
| Klimaangabe | 47 % weniger CO₂ als Verbrennung über den Hausmüll (Ramboll-Ökobilanz 2022, Herstellerangabe) | k. A. |
*Berechnet von der Stiftung Warentest aus Trockengewicht und Anbieterkapazität bei 5 Litern am Tag.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die 47 Prozent stammen aus einer Ökobilanz von Ramboll, die Brita in Auftrag gegeben hat; die Studie ist nicht öffentlich eingesehen, die Zahl ist eine Herstellerangabe. Ebenso eine Herstellerangabe ist der Satz auf brita.de, man habe 2025 sechs Milliarden Plastikflaschen vermieden; die Methodik dahinter legt Brita nicht offen. Und die Rücknahme hilft nur, wenn man sie nutzt: Wer jeden Monat eine Kartusche in den Restmüll wirft, hat bei Brita denselben Müll wie bei BWT, laut Warentest-Rechnung sogar etwas mehr.
Die 1,8 und 2,1 Kilogramm pro Jahr beziehen sich auf die geprüften Kartuschen von 2022 und auf 5 Liter am Tag. Wer weniger filtert und nach vier Wochen wechselt, erzeugt pro Jahr mindestens 13 leere Kartuschen, unabhängig von der Marke. Eine unabhängige Ökobilanz, die Filterkanne, Leitungswasser und Flaschenwasser vergleicht, gibt es nicht. Belegt ist nur, dass Leitungswasser laut Umweltbundesamt weniger als 1 Prozent der Umweltbelastung von Mineralwasser verursacht; Kannenfilter kommen in dieser Rechnung nicht vor.
Style Essential gegen Vida: zwei Einstiegskannen im Datenblatt
Beide Hersteller haben ihr Sortiment umgebaut. Brita führt im deutschen Shop am 12.10.2026 nur noch Style Essential, Style Essential XL, den Wasserspender Flow, den Tischwasserfilter aus Glas und eine Wasserkaraffe mit MicroDisc. Marella und Aluna, über Jahre die bekanntesten Brita-Kannen, liefern auf brita.de einen 404-Fehler und stehen nur noch auf der österreichischen Herstellerseite und bei Händlern. BWT führt im deutschen Shop unter anderem Vida, AQUAlizer Home, AQUAlizer mit Leuchtanzeige und die AQUAlizer Station; die Penguin, die 2022 im Warentest stand, ist dort nicht mehr gelistet. Die Einstiegskannen beider Marken sind damit die Style Essential und die Vida.
| Bild | Kanne | Gesamt / gefiltert | Maße laut Hersteller | Wechselanzeige | Spülmaschine | Material laut Hersteller | Preis Herstellershop | Amazon 12.10.2026 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
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BRITA Style Essential + 1 Pure Performance | 2,4 l / 1,4 l | 23,9 × 27,3 × 10,5 cm | Smart Light: LED, zählt Zeit und Menge | ja, Smart Light vorher entnehmen | Kunststoff, BPA-Angabe nicht gefunden | 29,99 € | 24,99 € |
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BWT Vida 2,6 l + 1 Magnesium | 2,6 l / 1,4 l | 11,3 × 27,8 × 25,2 cm | manuell (Datum) | ja, komplett laut Vida-Seite | SAN und ABS, BPA-frei, ohne Weichmacher | 19,90 € | 15,29 € |
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BRITA Marella + 3 Pure Performance | 2,4 l / 1,4 l | 25,8 × 25,8 × 10,5 cm (brita.at) | Memo | ja, außer Deckel | k. A. | nicht im DE-Shop | 29,99 € |
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BWT Penguin 2,7 l | 2,7 l / k. A. | k. A. | k. A. | k. A. | k. A. | nicht im DE-Shop | 27,61 € |
| – | BWT AQUAlizer Home | 2,7 l / 1,5 l | 11,3 × 27,8 × 25,2 cm | manuell | ja | SAN und ABS laut FAQ | 24,90 € | – |
Fassungsvermögen und Standfläche
Gefiltert fassen beide Einstiegskannen 1,4 Liter, die Vida hat 0,2 Liter mehr Gesamtvolumen. Die Maßangaben sind schwerer zu lesen, als sie aussehen. Brita nennt 23,9 × 27,3 × 10,5 cm, BWT 11,3 × 27,8 × 25,2 cm, beide nach eigener Angabe in der Reihenfolge Breite, Höhe, Tiefe. Offensichtlich messen die Hersteller Breite und Tiefe an verschiedenen Kanten. Rechnet man die beiden waagerechten Maße jeweils miteinander mal, braucht die Style Essential eine Grundfläche von rund 251 cm², die Vida von rund 285 cm², und die Vida ist mit 27,8 cm einen halben Zentimeter höher. Brita gibt an, die Style Essential passe in die übliche Kühlschranktür; eine solche Angabe macht BWT für die Vida nicht. Ob sie passt, hängt vom eigenen Kühlschrank ab, und die Verbraucherzentrale empfiehlt ausdrücklich, Filterkannen im Kühlschrank aufzubewahren.
Bei BWT gibt es einen Datenfehler, den der Hersteller nicht aufklärt: Vida und AQUAlizer Home haben laut Shop identische Maße, aber unterschiedliche Volumina (2,6 und 1,4 Liter gegen 2,7 und 1,5 Liter). Entweder ist eine der Angaben kopiert oder die Kannen unterscheiden sich nur innen.
Die Anzeige ist der wichtigste Unterschied im Alltag
Die Style Essential hat das Smart Light, eine LED im Deckel, die laut Bedienungsanleitung Zeit und gefilterte Wassermenge zählt; die Batterie hält laut Brita etwa fünf Jahre. Die Vida hat eine manuelle Datumsanzeige. BWTs eigene Übersichtsseite behauptet, Tischwasserfilter gebe es „sowohl mit manueller als auch elektronischer Wechselanzeige“; das Vida-Produkt im Shop hat nur die manuelle. Eine elektronische Anzeige hat bei BWT die AQUAlizer mit „Baselight“ im Boden: pink heißt in Ordnung, blau heißt wechseln, die Knopfzelle CR2450 ist tauschbar. Sie kostet im BWT-Shop 39,90 Euro mit zwei Magnesium-Kartuschen.
Warum die Anzeige zählt, folgt aus der Kapazitätsrechnung. Bei hohem Verbrauch erreicht die BWT-Kartusche ihre 120 Liter nach 24 Tagen, vier Tage vor dem Datum, das du an der Vida eingestellt hast. Die manuelle Anzeige kann das nicht wissen. Das Smart Light der Style Essential zählt die Menge mit und meldet sich, wenn die 150 Liter vorher erreicht sind. Wie genau es die Menge erfasst, legt Brita nicht offen; KONSUMENT weist allgemein darauf hin, dass viele Wechselanzeigen nur Zeit messen oder Deckelöffnungen zählen.
Material, Reinigung, Herkunft
BWT nennt die Kunststoffe beim Namen: Die Kanne besteht aus SAN und ABS, die Kartusche aus PP und PPS; alles sei BPA-frei und ohne Weichmacher in der EU hergestellt, Migrationstests liefen bei unabhängigen Instituten. Brita nennt für die Style Essential Kunststoff, aber keine Kunststoffart, und eine BPA-Angabe war auf brita.de nicht zu finden. Daraus folgt nicht, dass die Brita-Kanne BPA enthält, nur dass Brita es an dieser Stelle nicht sagt. Wer Kunststoff im Wasserweg ganz meiden will, findet die Glasmodelle beider Welten im Vergleich der Filterkannen aus Glas mit allen Kunststoffteilen im Detail.
In die Spülmaschine dürfen beide. Bei der Style Essential muss vorher das Smart Light aus dem Deckel. Bei der Vida sagt die Produktseite „komplett“, während die allgemeine BWT-FAQ schreibt, der Deckel dürfe nicht in die Spülmaschine. Der Widerspruch erklärt sich wahrscheinlich dadurch, dass die Vida keinen Elektronikdeckel hat; BWT schreibt das aber nicht.
Preis und Bewertungen
Im Herstellershop kostete die Style Essential am 12.10.2026 29,99 Euro, die Vida 19,90 Euro. Dazu lief im Brita-Shop eine Aktion „SAVE20“ mit 20 Prozent auf Tischwasserfilter bis 01.11.2026; ob der angezeigte Preis die Aktion schon enthält, geht aus den erhobenen Daten nicht hervor. BWT verlangt 5,90 Euro Versand, ab 59 Euro ist er frei. Bei Amazon kostete die Style Essential mit einer Kartusche 24,99 Euro, die Vida mit einer Magnesium-Kartusche 15,29 Euro. Für die Vida ist das der niedrigste Preis, den camelcamelcamel für dieses Listing erfasst hat; der Durchschnitt liegt bei 18,03 Euro, der Höchstwert bei 20,82 Euro. Für das Style-Essential-Set mit einer Kartusche liegt kein Preisverlauf vor; das Set mit drei Kartuschen kostete im Schnitt 35,93 Euro und am 12.10.2026 34,99 Euro.
Die Sternebewertungen helfen wenig. Die Style Essential hat 4,6 Sterne aus 628 Bewertungen, die Vida 4,5 aus 1.090. Exakt dieselben 4,5 Sterne aus 1.090 Bewertungen trägt ein anderes BWT-Listing, die BWT Life in Weiß. Amazon fasst die Bewertungen offenbar über Varianten zusammen. Eine Testnote sind Sterne ohnehin nicht.
Marella, Aluna, Style: was Brita intern unterscheidet
In Suchanfragen tauchen Brita-Modelle gegeneinander auf, etwa Marella gegen Style oder Aluna gegen Marella. Laut brita.at haben Marella und Aluna dieselben Maße (25,8 × 25,8 × 10,5 cm) und dasselbe Volumen (2,4 Liter gesamt, 1,4 Liter gefiltert), beide mit Memo-Anzeige und spülmaschinengeeignet außer dem Deckel. Die Marella gibt es außerdem als XL mit 3,5 Litern, davon 2,0 gefiltert. Die Style Essential XL im deutschen Shop fasst 3,6 Liter, gefiltert 2,3 Liter, und kostet 32,99 Euro. Bei Amazon war die Marella mit drei Pure-Performance-Kartuschen für 29,99 Euro zu haben; sie hatte 4,7 Sterne aus 12.206 Bewertungen. Eine Brita-Kanne namens Elemaris findet sich auf keiner Brita-Seite mehr. Alle aktuellen Brita-Kannen nehmen laut Brita die MAXTRA-PRO-Kartuschen auf, auch die mit PerfectFit-System.
Penguin, Vida, AQUAlizer: was BWT intern unterscheidet
Die Penguin, die Kanne aus dem Warentest 2022, steht nicht im deutschen BWT-Shop, war am 12.10.2026 aber bei Amazon für 27,61 Euro gelistet. Ihr Preis schwankte laut camelcamelcamel zwischen 10,50 Euro im September 2015 und 69,54 Euro im Mai 2024. Auf der Vida-Produktseite heißt die verlinkte Bedienungsanleitung „bwt-wasserfilter-penguin-bedienungsanleitung.pdf“. Ob die Vida der Nachfolger der Penguin ist, schreibt BWT nicht. Die AQUAlizer Station ist ein Sonderfall: ein Tank mit einem Liter Volumen und Glaskaraffe für 59,90 Euro, in den laut BWT alle BWT-Filterkartuschen passen. Für die Station empfiehlt BWT, die Kartusche aus hygienischen Gründen einmal pro Woche abzukochen, eine Angabe, die es für die anderen Kannen nicht gibt.
24 Stunden, Kühlschrank, Pause: was beide Anleitungen verlangen
Bei der Hygiene sind sich die Hersteller weitgehend einig. Beide nennen 24 Stunden als Höchstdauer für gefiltertes Wasser. Brita rät, es kühl zu lagern, erst zu filtern und dann abzukochen und für Babys und Immungeschwächte grundsätzlich abzukochen. BWT nennt ausdrücklich den Kühlschrank, rät nach mehr als zwei Tagen Pause, die erste Füllung zu verwerfen, und nach mehr als zwei Wochen, die Kartusche zu ersetzen; für Säuglingsnahrung und Immungeschwächte soll ebenfalls abgekocht werden. BWT nennt als Obergrenze acht bis zehn Liter Filtration pro Tag; Brita macht dazu keine Angabe. Die ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung für Wechsel, Reinigung und Urlaubspausen steht im Ratgeber über Wechselintervalle und Sonderfälle wie Urlaub.
Purity und bestmax: wann du eigentlich einen Maschinenfilter suchst
Ein Teil der Suchanfragen nach „Brita vs BWT“ meint gar keine Kannen. Begriffe wie „Purity“ oder „bestmax“ stehen für Filter, die in Kaffeemaschinen, Gastrogeräten oder unter der Spüle sitzen. Sie arbeiten unter Druck, haben andere Kapazitäten und lassen sich mit Kannenkartuschen nicht vergleichen. Patronen für Kaffeevollautomaten behandelt der Vergleich der Wasserfilter-Patronen für Vollautomaten, Zubehör rund um die Kaffeemaschine sammelt der Bereich Kaffee-Zubehör.
Fremde Kartusche in der Markenkanne: was beide Hersteller dazu schreiben
Die Frage, ob eine BWT-Kartusche in eine Brita-Kanne passt, ist eine der häufigsten im Umfeld dieses Duells. Die Herstellerantworten sind kurz.
Brita schreibt in der Bedienungsanleitung, optimale Filtration garantiere Brita nur bei Verwendung von MAXTRA-PRO-Kartuschen, und schließt die Haftung bei Missachtung der Gebrauchsanweisung aus. Auf brita.at heißt es zu Marella und Aluna, das PerfectFit-System garantiere vollständige und zuverlässige Filtration bei Verwendung einer MAXTRA PRO oder MAXTRA+. Eine Aussage, dass die Garantie bei Fremdkartuschen erlösche, wurde nicht gefunden; so lässt sich das also nicht sagen.
BWT macht auf bwt.com/de-de keine Aussage zur Passform in Brita-Kannen, weder dafür noch dagegen. Händler listen eine Kartusche „BWT Longlife Mg2+“ als passend für Brita Maxtra+, für Laica und Dafi; ein anderer Händler nennt eine „Gourmet Edition Mg2+“ als passend für Maxtra+ und Aqua Optima Evolve. Das sind Händlerangaben, keine BWT-Aussagen, und PerfectFit-Kannen nennen sie nicht ausdrücklich. Umgekehrt, Brita-Kartusche in BWT-Kanne, hat keiner der beiden Hersteller etwas veröffentlicht.
Einen Labortest einer BWT-Kartusche in einer Brita-Kanne gibt es nicht. Der Warentest 2022 hat Fremdkartuschen in einer Brita-Kanne geprüft, aber von anderen Anbietern. Wie diese Kartuschen abschnitten, welche Bauformen in welche Brita-Generation passen und was No-Name-Packungen kosten, steht im Vergleich der Ersatzkartuschen für Brita-Kannen im Faktencheck.
Sechs Fragen, die zwischen Brita und BWT entscheiden
Die Belege dieses Vergleichs lassen sich auf sechs Fragen herunterbrechen. Keine davon hat eine allgemeingültige Antwort; jede hängt am eigenen Wasser, am eigenen Verbrauch und an der eigenen Haltung zu Mineralzusätzen.
1. Wie hart ist dein Leitungswasser? Der Wasserversorger muss den Härtebereich mindestens einmal im Jahr mitteilen. Nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz gilt Wasser unter 1,5 mmol Calciumcarbonat pro Liter als weich, bis 2,5 mmol als mittel, darüber als hart; umgerechnet etwa unter 8,4, bis 14 und über 14 °dH. Bei weichem Wasser gibt es wenig Kalk zu entfernen. Bei mittelhartem Wasser passt die Brita Pure Performance nach Herstellerangabe. Bei hartem Wasser verweist Brita selbst auf die Extra Kalkschutz, und BWT bezieht seine 120 Liter auf 15 bis 18 °d. Hartes Wasser ist laut Umweltbundesamt nicht ungesund; gegen Kalk in Geräten helfen auch Zitronensäure oder Essig.
2. Wie viel filterst du am Tag? Unter rund vier Litern am Tag greift bei beiden Marken das Vier-Wochen-Limit, die Literkapazität spielt keine Rolle, und die Kosten liegen fast gleichauf. Über rund vier Liter ist die BWT-Kartusche vor dem Ablauf der vier Wochen erschöpft, über rund 5,4 Liter auch die Brita-Kartusche. Bei hohem Verbrauch spricht die Liter zählende Anzeige der Style Essential für Brita, wenn du keine Strichliste führen willst.
3. Willst du Magnesium im Wasser oder nur weniger Kalk? Wenn dir eine Mineralabgabe wichtig ist, bietet sie nur BWT, mit 25 bis 30 mg/l laut Hersteller und einem pH ab 6,3. Gesundheitlich ist dieser Zusatz mit den vorliegenden Quellen weder belegt noch widerlegt. Wenn du nur weniger Kalk im Wasserkocher willst, braucht es keinen Zusatz; dann entscheidet eher die Kapazität bei deiner Härte. Wie sich Kalk im Wasserkocher ohne Filter entfernen lässt, beschreibt der Ratgeber zum Wasserkocher entkalken mit Hausmitteln.
4. Gibst du leere Kartuschen zurück? Wenn ja, ist Brita die einzige der beiden Marken mit Rücknahme. Wenn du ohnehin im Hausmüll entsorgst, spielt der Unterschied keine Rolle; der Kartuschenmüll pro Jahr lag 2022 bei beiden Marken zwischen 1,8 und 2,1 Kilogramm.
5. Wie viel Gewicht hat für dich ein unabhängiges Testurteil? Für die heutigen Hauptkartuschen beider Marken gibt es keines. Brita kann auf das „befriedigend“ der Vorgänger-Kartusche von 2022 verweisen, BWT auf ein „ausreichend“ einer Kartusche ohne Magnesium. Wer Testnoten hoch gewichtet, hat mit Brita den etwas besseren historischen Beleg. Wer das für veraltet hält, vergleicht Datenblätter, und dort legt BWT mehr Werte offen.
6. Was willst du ausgeben, und wann? Im ersten Jahr kostet BWT bei geringem Verbrauch rund 11 Euro weniger, weil die Vida günstiger ist. Danach liegen beide bei zwei Litern am Tag 1,24 Euro auseinander. Die Kartuschenpreise schwanken stark zwischen Herstellershop und Amazon, bei Brita um bis zu 3,02 Euro pro Stück für dieselbe Sechserpackung. Ein Preisvergleich vor jedem Nachkauf bringt mehr als die Markenwahl.
Wer die Kanne vor allem für Kaffee und Tee anschafft, sollte das Gerät mitdenken, in dem das Wasser landet. Teetrinker, die exakt temperieren wollen, finden passende Geräte im Vergleich der Wasserkocher mit Temperaturwahl, alle weiteren Modelle im Bereich Wasserkocher. Wer Leitungswasser lieber sprudelnd trinkt, kombiniert die Kanne mit einem Gerät aus dem Bereich Wassersprudler; die getesteten Modelle stehen im Wassersprudler-Vergleich mit Testnoten. Für Filterkaffee lohnt der Blick in den Vergleich der Filterkaffeemaschinen, und wer einen Vollautomaten betreibt, entkalkt ihn trotz Kannenwasser nach Herstellervorgabe, wie im Ratgeber zum Entkalken von Kaffeevollautomaten beschrieben.
Was sich mit den vorliegenden Quellen nicht klären lässt
Ein Markenvergleich muss offen sagen, wo die Belege enden. Für Brita gegen BWT fehlen diese Dinge:
- Ein Test der heutigen Kartuschen. Weder die Brita MAXTRA PRO Pure Performance noch die BWT-Magnesium-Kartusche wurde von einem unabhängigen Institut geprüft, das seine Ergebnisse frei veröffentlicht.
- Die exakte BWT-Note von 2022. Sie ist nur über die Notenverteilung abgeleitet und über heidelberg24 als Platz 3 genannt.
- Silber- und Keimwerte pro Marke. Gemessen hat sie die Stiftung Warentest, frei veröffentlicht sind sie nicht.
- Prüfberichte. Weder Brita zur DIN EN 17093 und NSF/ANSI 53 noch BWT zur DIN 10521 und zum TÜV Rheinland verlinken einen Bericht.
- Die Bauform des Amazon-Listings „Longlife“. Ob die Sechserpackung von Pick 4 in BWT-Kannen, in Brita-Kannen oder in beide passt, ist im ausgewerteten Material nicht eindeutig belegt.
- Marktanteile, Eigentümer, Umsatz der BWT-Kannensparte. Für keine der beiden Marken belegbar, deshalb steht hier keine Zahl dazu.
Testveröffentlichungen: Stiftung Warentest test 7/2022 (online 22.06.2022; Methodik, Produktmerkmale und Pressemitteilung frei, Brita-Noten sekundär über t-online, BWT-Platzierung sekundär über heidelberg24, Härteverlauf sekundär über K-Tipp); KONSUMENT 2022 (Testfeld frei, Urteile Bezahlinhalt); ETM Testmagazin 02/2020 (nur sekundär über testsieger.de); KONSUMENT-Tabelle mit Preisen vom Frühjahr 1999. Gezählt sind vier Testveröffentlichungen. Warentest test 5/2015 und Which? 2025 sind erwähnt, aber mangels Modellliste beziehungsweise frei lesbarer Ergebnisse nicht ausgewertet.
Hersteller- und Behördenquellen: brita.de (Geschichte, Über uns, Recycling, Produktseiten Pure Performance und Style Essential), brita.at (Marella), die Brita-Bedienungsanleitung für Tischwasserfilter; bwt.com (Unternehmen, Tischwasserfilter mit FAQ, Shopseiten der Kannen und Kartuschen, Recyclingseite); die DIN-Media-Einträge zu DIN 10521, DIN EN 17093:2018 und dem Entwurf 2026; das WHO-Datenblatt Silber 2022; BfR-Stellungnahme Nr. 024/2010; die UBA-Ratgeber „Trink was“ und „Rund um das Trinkwasser“, die UBA-Seite zu Leitungswasser, zwei Ratgeber der Verbraucherzentrale und den Öko-Test-Ratgeber zu Wasserfiltern; die UBA-Liste nach § 20 TrinkwV; § 9 WRMG und Anlage 3 der TrinkwV. Preise, Verkäufer und Bewertungen stammen von Amazon.de am 12.10.2026, Preisverläufe von camelcamelcamel am selben Tag.
Rechenwege: Stückpreise, Literpreise, Jahreskosten in beiden Szenarien, Grundflächen, die Silber-Quote am WHO-Referenzwert und die Magnesiummenge bei zwei Litern am Tag sind eigene Rechnungen aus den genannten Werten.
Brita gegen BWT ist ein Duell zweier Kartuschen-Philosophien, das sich auf einen Labortest von 2022, zwei Herstellerdokumentationen und viel Kleingedrucktes stützen muss. Diese Auswertung hat Bastian Saupe aus vier Testveröffentlichungen, zehn verlinkten Hersteller- und Shopseiten, der Brita-Bedienungsanleitung und 13 Behörden-, Norm- und Rechtsquellen zusammengetragen; benutzt oder gemessen wurde keine Kanne. Wie Testnoten, Herstellerangaben und Sekundärquellen gewichtet werden, steht auf der Methodik-Seite. Sobald die Stiftung Warentest den registrierten Testwunsch umsetzt, BWT die Normangabe aktualisiert oder sich Preise und Sortiment der beiden Einstiegskannen verschieben, werden Testtabelle, Literpreise und Kannendatenblatt nachgezogen.
Häufig gestellte Fragen
Ist Brita oder BWT besser?
Für die heute verkauften Kartuschen gibt es kein gemeinsames Testurteil. Im einzigen frei dokumentierten Labortest mit beiden Marken, Stiftung Warentest 7/2022, kam Brita Maxtra+ in zwei Kannen auf „befriedigend (3,5)“ (sekundär über t-online), die BWT-Kartusche Soft Filtered Water Extra auf „ausreichend“. Beide Kartuschen sind nicht mehr die aktuellen Hauptprodukte. Belegbare Unterschiede liegen heute bei Kapazität (150 gegen 120 Liter), Mineralabgabe (BWT gibt Magnesium ab), Anzeige und Entsorgung (Rücknahme bei Brita, Hausmüll bei BWT).
Passen BWT-Kartuschen in eine Brita-Kanne?
BWT selbst macht auf bwt.com/de-de keine Aussage dazu. Händler listen eine Kartusche „BWT Longlife Mg2+“ als passend für Brita Maxtra+; das ist eine Händlerangabe. Brita schreibt, die Kannen mit PerfectFit garantierten vollständige Filtration nur mit MAXTRA PRO oder MAXTRA+ und optimale Filtration nur mit MAXTRA PRO. Ein Labortest einer BWT-Kartusche in einer Brita-Kanne liegt nicht vor. Fremdkartuschen in Brita-Kannen behandelt der Vergleich kompatibler Kartuschen ausführlich.
Was bringt die Magnesium-Kartusche von BWT?
Laut BWT enthält das gefilterte Wasser danach 25 bis 30 mg Magnesium pro Liter, der pH liegt bei 6,3 bis 7,0, Kalkschutz und Chlorreduktion über 80 Prozent gibt BWT ebenfalls an. Unabhängig geprüft wurde keine dieser Angaben. Ob das Magnesium gesundheitlich etwas bewirkt, lässt sich mit den hier ausgewerteten Quellen nicht beantworten; Behörden wie Umweltbundesamt und Verbraucherzentrale halten eine Nachbehandlung von Leitungswasser grundsätzlich für nicht notwendig.
Wie hat die Stiftung Warentest Brita und BWT bewertet?
In test 7/2022 standen acht Filter, darunter Brita Maxtra+ in Marella Cool und Style Cool sowie BWT Soft Filtered Water Extra in der 2,7-Liter-Penguin-Kanne. Zweimal gab es „befriedigend“, fünfmal „ausreichend“, einmal „mangelhaft“. Die beiden befriedigenden Ergebnisse gingen nach t-online an die Brita-Kombinationen (je 3,5), BWT lag bei „ausreichend“ und laut heidelberg24 auf Platz 3. Die Einzelnoten sind Bezahlinhalt. Schon nach einem Viertel der Kapazität kam aus allen Filtern nur noch mittelhartes Wasser.
Welche Kartusche ist pro Liter günstiger, Brita oder BWT?
Bei voller Herstellerkapazität und Amazon-Preisen vom 12.10.2026 kostet die Brita Pure Performance im Sechserpack 3,3 ct/l (4,93 € für 150 Liter), die BWT-Magnesium-Kartusche 4,0 ct/l (4,83 € für 120 Liter). Wer nur zwei Liter am Tag filtert, wechselt beide nach vier Wochen, bevor das Literlimit erreicht ist; dann kosten beide rund 8,7 bis 8,8 ct/l. Bei fünf Litern am Tag braucht BWT etwa 15 bis 16 Kartuschen im Jahr, Brita 13.
Geben Brita- und BWT-Kartuschen Silber ins Wasser ab?
Beide Hersteller bestätigen Silber. Brita schreibt in der Bedienungsanleitung, MAXTRA PRO enthalte ein speziell mit Silber behandeltes Material, Spuren könnten ins Wasser gelangen; auf den Produktseiten steht Silber nicht. BWT schreibt, die Kartuschen würden sterilisiert und mit einem geringen Silberanteil versehen. Die WHO nennt für Silber einen vorläufigen Referenzwert von 0,1 mg/l und rät von Silber zur Desinfektion auch in Haushaltsgeräten ab. Messwerte pro Kartusche sind nicht frei veröffentlicht.
Kann ich leere BWT-Kartuschen zurückgeben wie bei Brita?
Nach den BWT-Angaben nicht. Die BWT-FAQ zu Tischwasserfiltern nennt den Hausmüll als Entsorgungsweg. Das BWT-Recyclingangebot betrifft nur Inline-Kartuschen für Haustechnik-Kunden. Brita nimmt leere Kartuschen seit 1992 zurück, über Sammelboxen im Handel oder per Paket ab sechs Stück mit Etikett vom Kundendienst.
Was ist der Unterschied zwischen Maxtra+, MAXTRA PRO All-in-1 und Pure Performance?
Es sind drei Generationen. Brita nennt Maxtra+ den Vorgänger der MAXTRA-PRO-Kartuschen und All-in-1 den Vorgänger der Pure Performance. Maxtra+ hatte im Warentest 2022 eine Anbieterkapazität von 100 Litern, die Pure Performance gibt Brita mit 150 Litern oder 4 Wochen an. Am 12.10.2026 führt der Brita-Shop nur noch Pure Performance und Extra Kalkschutz; All-in-1 gab es bei Amazon noch im Abverkauf.
Gibt es den BWT Penguin noch?
Im deutschen BWT-Shop steht er am 12.10.2026 nicht. Bei Amazon war die 2,7-Liter-Penguin für 27,61 Euro gelistet. Auf der Produktseite der Vida heißt die verlinkte Anleitung „bwt-wasserfilter-penguin-bedienungsanleitung.pdf“; dass die Vida der Nachfolger ist, schreibt BWT aber nirgends. Die Penguin war die Kanne, in der die Stiftung Warentest 2022 die BWT-Kartusche prüfte.
Wie lange darf gefiltertes Wasser in der Kanne stehen?
Beide Hersteller nennen 24 Stunden. Brita rät, das Wasser kühl zu lagern und erst zu filtern, dann abzukochen. BWT nennt den Kühlschrank, rät nach mehr als zwei Tagen Pause die erste Füllung zu verwerfen und nach mehr als zwei Wochen die Kartusche zu ersetzen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt ebenfalls, den Filter im Kühlschrank aufzubewahren.
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Quellen & weiterführende Lektüre
Diese Empfehlung beruht auf den folgenden öffentlich zugänglichen Quellen, die wir ausgewertet und gewichtet haben. Eigene Testergebnisse geben wir nicht wieder.
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