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Bastian Saupe· Gründer & Test-Synthese-RedaktionBastian Saupe ist auf Test-Synthese spezialisiert — die methodische Auswertung und Triangulation von Stiftung Warentest, ETM Testmagazin, Haus & Garten Test, Computer Bild, PC-WELT, Coffeeness, Selbst-ist-der-Mann sowie Hersteller-Datenblättern und Langzeit-Käufer-Berichten zu einer entscheidungsfertigen Empfehlung für deutsche Haushalte 2026. Strukturierte Quellen-Analyse ist eine eigene Disziplin: über 12 Monate Markt-Beobachtung, mehr als 2.500 Produktlistings ausgewertet, 36 Kategorie-Cluster systematisch durchgearbeitet, Live-Preis- und Verfügbarkeits-Tracking quartalsweise. Was wir nicht behaupten: eigene Praxis-Tests in der Küche. Was wir liefern: synthetisierte Erkenntnisse aus 8+ unabhängigen Test-Quellen, dokumentierte Methodik, und eine Standing-Rule — Picks mit null verifizierten Käufer-Bewertungen oder dauerhaftem Out-of-Stock werden konsequent aus dem Pool entfernt. Diese Disziplin gilt konsistent über alle unabhängigen Schwester-Sites, die nach demselben Standard arbeiten.
Veröffentlicht: · Aktualisiert: · Lesezeit ca. 44 Min.
Empfehlungen auf einen Blick
| Bild | Modell | Empfehlung für | Note | Preis | Link |
|---|---|---|---|---|---|
![]() | BRITA · Maxtra Glass Wasserfilter-Kanne 2,5 l mit 1 Maxtra Pro Pure Performance | Glaskanne mit dem größten gefilterten Volumen der Auswahl, Smart-Light-Anzeige und der Kartusche, die in jeder aktuellen Brita-Kanne steckt | 1,4 | 49,99 € (Amazon.de, Verkauf durch Amazon, 12.10.2026) | Amazon → |
![]() | Silberthal · Wasserfilterkanne aus Glas 2,7 l, Maxtra-kompatibel | Größtes Füllvolumen der Auswahl und Kartuschenwahl zwischen Silberthal-Filtern und Brita-Kartuschen | 1,5 | 44,95 € (Amazon.de, Verkauf durch premano, 12.10.2026) | Amazon → |
![]() | Aquaphor · Glas Wasserfilter-Kanne 2,5 l mit 1 Maxfor+ Kartusche, weiß | Günstigste Glaskanne der Auswahl mit der höchsten Kartuschenkapazität laut Hersteller | 1,7 | 39,95 € (Amazon.de, Verkauf durch Aquaeffect GmbH, 12.10.2026) | Amazon → |
![]() | Aarke · Purifier Wasserfilterkanne 1,2 l gefiltert, Glas und Edelstahl, mit Pure-Filtergranulat | Kanne mit dem geringsten Kunststoffanteil im Wasserweg dank Edelstahl-Trichter und nachfüllbarer Edelstahl-Kartusche | 1,4 | 125,00 € (Amazon.de, Verkauf durch AARKE, 12.10.2026) | Amazon → |
Welche Teile berührt ein Liter Leitungswasser auf dem Weg durch eine Glas-Filterkanne? Wer eine Glaskanne kauft, um Kunststoff zu vermeiden, stellt sich diese Frage meist erst, nachdem die Kanne auf dem Tisch steht. Dann sieht man durch das klare Glas den Trichter, die Kartusche darin, den Deckel mit der Klappe und den Griff, und die Antwort ist eine andere als auf dem Werbefoto. Das Wasser läuft durch Kunststoff, Kunstharz und Aktivkohle, bevor es überhaupt das Glas erreicht, und bei drei der vier Kannen in diesem Vergleich auch durch einen Trichter aus Kunststoff.
Diese Seite folgt deshalb dem Wasser. Sie beginnt am Einfüllschlitz und endet am Ausguss, und an jeder Station steht, was die Hersteller über das Material sagen, was sie verschweigen und wo sich ihre eigenen Angaben widersprechen. Danach kommen die vier Kannen mit Datenblatt und Preis, das Gewicht im Alltag, das EU-Verbot von Bisphenol A, die Reinigung und die Frage, woran eine Glaskanne nach ein paar Jahren tatsächlich scheitert. Für die allgemeine Frage, ob man Leitungswasser in Deutschland überhaupt filtern muss, gibt es einen eigenen Ratgeber zur Frage, ob eine Filterkanne überhaupt nötig ist; den Überblick über alle Themen des Bereichs bietet die Übersicht Wasserfilter & Kannen.
Das Ergebnis in fünf Sätzen: Keine der vier Glaskannen ist frei von Kunststoff, und der Unterschied liegt vor allem im Trichter: Brita, Silberthal und Aquaphor verwenden Kunststoff, Aarke Edelstahl. Die BRITA Maxtra Glass 2,5 l (49,99 € am 12.10.2026) hält mit 1,5 Litern das meiste gefilterte Wasser vor, ein Leergewicht nennt Brita nicht. Die Silberthal Glaskaraffe 2,7 l (44,95 €) hat das größte Füllvolumen, wiegt leer 1,3 kg und nimmt laut Hersteller auch Brita-Kartuschen auf. Die Aquaphor Glas 2,5 l (39,95 €) ist die günstigste Kanne und hat mit 200 Litern die größte Kartuschenkapazität, filtert aber nur einen Liter pro Füllung. Der Aarke Purifier (125,00 €) führt das Wasser durch Edelstahl statt Kunststoff, kostet aber im Filterbetrieb rechnerisch 5,6 Cent pro Liter, mehr als jede andere Kanne der Auswahl.
Wie dieser Vergleich entstanden ist: Keine der vier Kannen wurde für diese Seite benutzt, gewogen oder gemessen. Grundlage sind die Produktseiten, Bedienungsanleitungen und Shopdaten von Brita, Silberthal, Aarke und Aquaphor, abgerufen am 12.10.2026, dazu die Amazon-Listings vom selben Tag. Einen Labortest dieser vier Glaskannen gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht; ausgewertet wurden deshalb drei Testveröffentlichungen, die Glaskannen streifen oder das Filterprinzip messen: Stiftung Warentest test 7/2022 (ohne Glaskanne im Feld), ETM Testmagazin 02/2020 (eine Glaskanne, nur sekundär über testsieger.de) und Which? 2025 (Aarke im Feld, Ergebnisse hinter Bezahlschranke). Alles, was nur auf einer Händler- oder Drittseite steht, ist im Text als solches markiert.
Die Empfehlungen im Detail
Glaskanne mit dem größten gefilterten Volumen der Auswahl, Smart-Light-Anzeige und der Kartusche, die in jeder aktuellen Brita-Kanne steckt
BRITA
Maxtra Glass Wasserfilter-Kanne 2,5 l mit 1 Maxtra Pro Pure Performance

Brita verkauft die Glaskanne als „Tischwasserfilter Glas“ für 59,99 € im eigenen Shop, bei Amazon kostete sie am 12.10.2026 49,99 €. Die Kanne fasst 2,5 Liter, davon 1,5 Liter gefiltertes Wasser, und nutzt dieselbe MAXTRA-PRO-Kartusche wie die Kunststoffkannen von Brita. Das Gefäß ist laut Brita Borosilikatglas, Deckel, Griff und Trichter sind Kunststoff. Die Spülmaschinen-Temperatur gibt Brita an zwei Stellen unterschiedlich an.
Hardware-Specs
- Volumen
- 2,5 l gesamt, 1,5 l gefiltert (brita.de)
- Glas
- Borosilikatglas, laut Brita zu 60 % aus recycelten Produktionsüberschüssen
- Kunststoffteile
- Deckel, Einfüllklappe, Griff; Trichter aus biobasiertem Kunststoff; Dichtungsring aus Silikon (Amazon-Listing)
- Leergewicht
- k. A. (weder brita.de noch Amazon-Listing nennen ein Gewicht)
- Spülmaschine
- bis 50 °C laut brita.de und Anleitung, bis 60 °C laut Amazon-Listing; Smart Light vorher entnehmen
- Kartusche
- MAXTRA PRO (Pure Performance oder Extra Kalkschutz), 4 Wochen oder 150 l
Stärken
- Borosilikatglas laut brita.de
- 1,5 l gefiltert, der höchste Wert der vier Kannen
- Smart Light zählt Zeit und gefilterte Menge (Anleitung)
- Kartuschen-Rücknahme über Brita-Recycling
- 4,6 Sterne aus 2.872 Bewertungen (über Farbvarianten gepoolt)
Schwächen
- Kein Leergewicht angegeben
- Spülmaschine: 50 °C (brita.de) gegen 60 °C (Amazon-Listing)
- „Statt 59,99 €“ ist der Brita-Shoppreis, keine Ersparnis; Amazon-Tiefstpreis 40,24 € am 13.8.2026
Für wen geeignet
Wer schon Brita-Kartuschen kauft, in der Kanne möglichst viel gefiltertes Wasser vorrätig haben will und eine elektronische Wechselanzeige schätzt.
Wer nicht zugreifen sollte
Wer ein Gefäß ohne Kunststoff-Trichter sucht oder das Gewicht vor dem Kauf aus einem Datenblatt kennen möchte.
Größtes Füllvolumen der Auswahl und Kartuschenwahl zwischen Silberthal-Filtern und Brita-Kartuschen
Silberthal
Wasserfilterkanne aus Glas 2,7 l, Maxtra-kompatibel

Die Silberthal-Karaffe ist mit 2,7 Litern Füllvolumen die größte Kanne der Auswahl, gefiltertes Wasser passen unter den Filter laut Herstellerantwort aber nur etwa 1,5 Liter. Sie besteht laut Silberthal aus Borosilikatglas mit Kunststoffdeckel und abnehmbarem Silikonboden und wiegt leer 1,3 kg. Silberthal verkauft eigene Kartuschen und nennt Brita-Kartuschen als kompatibel. Die Anleitung erlaubt nur kaltes oder zimmerwarmes Wasser und höchstens 10 Liter pro Tag.
Hardware-Specs
- Volumen
- 2,7 l Füllvolumen, randvoll 3 l; unter dem Filter ca. 1,5 l (Silberthal-FAQ)
- Glas
- Borosilikatglas (silberthal.de)
- Kunststoffteile
- Deckel (Anleitung), Filtereinsatz aus BPA-freiem Kunststoff (Amazon-Listing des Herstellers); Silikonboden
- Leergewicht
- 1,3 kg (silberthal.de), 1,24 kg (Amazon-Datenfeld)
- Spülmaschine
- Karaffe und Filtereinsatz ja, Deckel nein (silberthal.de)
- Kartusche
- Silberthal-Filter oder Brita MAXTRA/MAXTRA+, 120 bis 160 l, Wechsel spätestens monatlich
Stärken
- Borosilikatglas und Leergewicht auf der Herstellerseite angegeben
- Brita-Kartuschen laut Silberthal kompatibel
- Eigene Kartuschen ab 5,00 € pro Stück im 12er-Set
- Ersatzdeckel für 5,95 € im Herstellershop
- 4,5 Sterne aus 1.158 Bewertungen
Schwächen
- „2,7 Liter gefiltertes Wasser“ in der Beschreibung, „ca. 1,5 Liter“ unter dem Filter laut FAQ
- Spülmaschine laut Website, Anleitung spricht nur von Handreinigung
- Manueller Kalender, kein Mengenzähler
Für wen geeignet
Wer viel Wasser auf einmal einfüllen möchte, mit dem Gewicht von bis zu vier Kilogramm umgehen kann und zwischen Kartuschenmarken wechseln will.
Wer nicht zugreifen sollte
Wer die Kanne komplett in die Spülmaschine stellen oder gefiltertes Wasser mehrere Tage stehen lassen will.
Günstigste Glaskanne der Auswahl mit der höchsten Kartuschenkapazität laut Hersteller
Aquaphor
Glas Wasserfilter-Kanne 2,5 l mit 1 Maxfor+ Kartusche, weiß

Aquaphor führt die Glaskanne auf der deutschen Herstellerseite nicht, wohl aber auf der globalen und der polnischen Seite: 2,5 Liter Gesamtvolumen, 1 Liter gefiltert, Glas frei von Cadmium und Blei, spülmaschinenfester Glaskörper, leer unter 1,3 kg. Die Kartusche MAXFOR+ ist laut Aquaphor auf 200 Liter ausgelegt und passt nur in Aquaphor-Kannen. Dass das Glas Borosilikat ist, steht nur im Amazon-Listing.
Hardware-Specs
- Volumen
- 2,5 l gesamt, 1 l gefiltert (aquaphor.com, polnische Herstellerseite)
- Glas
- Glas „frei von Cadmium und Blei“ (Hersteller); Borosilikat nur laut Amazon-Listing
- Kunststoffteile
- Deckel und Trichter aus Kunststoff (Amazon-Listing); Griff aus Glas
- Leergewicht
- unter 1,3 kg (aquaphor.com), 1,04 kg (Amazon-Datenfeld)
- Spülmaschine
- Glaskörper ja (Hersteller); Deckel und Trichter k. A.
- Kartusche
- MAXFOR+ bzw. MAXFOR+ Mg, 200 l; Wechselintervall in Wochen k. A.
Stärken
- 39,95 €, günstigste Glaskanne der vier
- Kartuschenkapazität 200 l laut Aquaphor, rechnerisch 2,0 ct pro Liter
- Klappdeckel zum Befüllen ohne Abnehmen, Zähler ohne Batterie
- Griff aus Glas laut Listing
Schwächen
- Nur 1 l gefiltertes Wasser pro Füllung
- Nicht auf der deutschen Aquaphor-Seite gelistet, Glasart dort nicht genannt
- 4,3 Sterne aus 503 Bewertungen, über zwei Farben gepoolt
Für wen geeignet
Wer eine Glaskanne für einen kleinen Haushalt sucht und die günstigsten Kartuschen pro Liter in dieser Auswahl haben möchte.
Wer nicht zugreifen sollte
Wer mehrere Liter am Stück braucht oder Wert auf eine deutschsprachige Herstellerseite mit vollständigem Datenblatt legt.
Kanne mit dem geringsten Kunststoffanteil im Wasserweg dank Edelstahl-Trichter und nachfüllbarer Edelstahl-Kartusche
Aarke
Purifier Wasserfilterkanne 1,2 l gefiltert, Glas und Edelstahl, mit Pure-Filtergranulat

Der Aarke Purifier ist die einzige Kanne der Auswahl, bei der Trichter und Kartuschengehäuse aus Edelstahl sind. Gefiltert wird ein Granulat aus Ionenaustauschharz und Aktivkohle, das Aarke zusammen mit BWT entwickelt hat und das alle vier Wochen nachgefüllt wird. Die Kanne fasst 1,18 Liter gefiltertes Wasser, wiegt leer 1,1 kg und darf komplett in die Spülmaschine. Das Granulat kostet 20 € für drei Beutel und passt in keine andere Kanne.
Hardware-Specs
- Volumen
- 2,36 l gesamt (Website) bzw. 2,4 l (Anleitung), 1,18 l gefiltert
- Glas
- Glas laut aarke.com; Borosilikat nur laut Amazon-Listing
- Kunststoffteile
- ein Bauteil aus BPA-freiem Thermoplast (Aarke nennt nicht, welches; Amazon-Listing nennt ABS); Silikonabdeckung
- Leergewicht
- 1,1 kg (aarke.com und Anleitung), 1,14 kg (Amazon-Datenfeld)
- Spülmaschine
- alle Teile bis 60 °C, Granulat vorher aus der Kartusche nehmen
- Kartusche
- Edelstahl-Kartusche mit Nachfüllgranulat, 120 l oder 4 Wochen, nur für Aarke
Stärken
- Trichter und Kartuschengehäuse aus Edelstahl SUS304 (aarke.com)
- Alle Teile bis 60 °C spülmaschinenfest
- Ersatz-Glaskaraffe für 29 € im Aarke-Shop
- 4,6 Sterne aus 672 Bewertungen
Schwächen
- 125,00 €, mehr als doppelt so teuer wie die Brita-Glaskanne
- Granulat 6,67 € pro Beutel, rechnerisch 5,6 ct pro Liter, nur von Aarke
- Filtrierdauer 3 bis 5 Minuten pro Liter, nach 3 Litern 15 Minuten Pause (Anleitung)
Für wen geeignet
Wer möglichst wenig Kunststoff im Wasserweg haben will, für ein bis zwei Personen filtert und den höheren Preis pro Liter akzeptiert.
Wer nicht zugreifen sollte
Wer schnell größere Mengen braucht oder Kartuschen verschiedener Anbieter nutzen möchte.
Der Weg eines Liters durch die Glaskanne: welche Teile das Wasser berührt
Der Liter beginnt seinen Weg am Wasserhahn, und schon dort legen die Hersteller die erste Bedingung fest. Brita schreibt in der Bedienungsanleitung, man solle „nur kaltes Leitungswasser“ filtern, und zwar aus dem öffentlichen Versorgungsnetz. Silberthal schreibt, der Filter sei nur für kaltes Wasser oder Wasser mit Raumtemperatur geeignet, niemals für heißes. Aarke formuliert, das Produkt dürfe nur mit kaltem Wasser verwendet werden, das die gesetzlichen Anforderungen an Trinkwasser erfüllt. Der Grund steckt nicht im Glas, sondern in der Kartusche, die am Ende des Trichters wartet. Dazu später mehr.
Station 1: Deckel und Einfüllklappe
Bevor das Wasser irgendetwas anderes berührt, trifft es auf den Deckel. Bei der Brita-Glaskanne sitzt darin eine Einfüllklappe, sodass man die Kanne mit einer Hand unter den Hahn halten kann. Das Amazon-Listing der Marke nennt das Material ausdrücklich: Deckel, Einfüllklappe und Griff sind aus Kunststoff. Im Deckel steckt außerdem das Smart Light, eine kleine LED-Anzeige, die laut Anleitung Zeit und gefilterte Wassermenge zählt. Aquaphor nennt den Deckel seiner Glaskanne einen „Flip-top“, ebenfalls zum Befüllen ohne Abnehmen, mit einem mechanischen Zähler, der ohne Batterie auskommt. Das Amazon-Listing sagt: Deckel und Trichter sind aus Kunststoff.
Silberthal beschreibt die Karaffe in der eigenen Anleitung als Borosilikatglas „mit Kunststoffdeckel und abnehmbarem Silikonboden“. Befüllt wird, indem man den Deckel anhebt; der Deckel deckt die gesamte Oberseite ab, damit keine Schmutzteilchen hineinfallen. Beim Aarke Purifier ist die Lage weniger eindeutig. Die Anleitung spricht davon, die Kanne werde „nahezu vollständig aus Edelstahl und Glas“ hergestellt, und schreibt wörtlich „Kein Plastikfilter, keine Plastikbehälter“. Auf der Produktseite listet Aarke unter Materialien jedoch auch einen „BPA-freien Thermoplast“ und lebensmittelechtes Silikon, ohne zu sagen, welches Bauteil daraus besteht. Das Amazon-Listing nennt den Kunststoff ABS. Ob es der Deckel ist, lässt sich aus den Herstellerangaben nicht ablesen.
Station 2: der Trichter
Durch den Deckel fällt das Wasser in den Trichter, den oberen Behälter, in dem es wartet, bis die Kartusche es durchlässt. Hier trennt sich die Auswahl in zwei Gruppen. Bei Brita ist der Trichter laut Amazon-Listing aus „100 % biobasiertem Kunststoff“; Brita selbst nennt auf brita.de nur die Materialliste „Glas, Silikon, Kunststoff“. Bei Aquaphor ist der Trichter laut Listing aus Kunststoff. Bei Silberthal heißt das entsprechende Teil Filtereinsatz oder innerer Wasserbehälter; laut Amazon-Listing des Herstellers ist er aus BPA-freiem Kunststoff.
Aarke ist die Ausnahme. Laut dem Aarke-Beitrag zum Unterschied zwischen Purifier und Purifier Large bestehen beide Kannen „aus einer Glaskaraffe mit einem Trichter aus Edelstahl und einer nachfüllbaren Wasserfilterkartusche aus Edelstahl“. Das Edelstahl ist laut Produktseite SUS304. Bei Aarke ist das also die Stelle, an der der Liter am wenigsten Kunststoff sieht.
Wer im Trichter länger hinschaut, sieht noch ein Detail: Bei Brita sitzt zwischen Trichter und Glaskanne ein Silikon-Dichtungsring. Die Teileliste in der Bedienungsanleitung führt ihn als eigenes Bauteil. Die Jubiläumsedition 2026 in Hellgrün hat zusätzlich einen abnehmbaren Silikonring am Boden, der laut Brita für sicheren Stand und leises Abstellen sorgt.
Station 3: die Kartusche, der eigentliche Filter
Der Trichter endet in der Kartusche, und hier passiert alles, wofür man eine Filterkanne kauft. Die Stiftung Warentest beschreibt das Prinzip in ihrem Test 7/2022 so: Aktivkohle bindet organische Stoffe und Schwermetalle, Kunstharze tauschen Calcium und Magnesium gegen Wasserstoff. Das Wasser wird dadurch anfangs weicher, saurer und mineralärmer. Bei Brita besteht die MAXTRA PRO PURE PERFORMANCE laut Produktseite aus Aktivkohle aus Kokosnussschalen, Ionenaustauscher-Perlen und einem extrafeinen Netzgewebe, das Gehäuse ist „aus langlebigem Kunststoff“. Laut Anleitung ist ein Material in der Kartusche speziell mit Silber behandelt, sodass Spuren von Silber ins Wasser gelangen können.
Bei Silberthal steht im Filter laut Anleitung Aktivkohle aus Kokosnussschalen, die Produktseite spricht von einem „4-stufigen Filtersystem mit Ionen-Austausch & Aktivkohle“. Ob die Silberthal-Kartusche Silber enthält, sagen weder Website noch Anleitung. Aquaphor nennt für die MAXFOR+ die eigene Aqualen-Technologie und eine Kapazität von 200 Litern, zu Silber gibt es keine Angabe. Beim Aarke Purifier liegt das Granulat aus Ionenaustauschharz und Aktivkohle lose in der Edelstahl-Kartusche; die Anleitung sagt, es könne „aus hygienischen Gründen kleine Mengen Silber enthalten“.
An dieser Stelle wird klar, warum „ohne Plastik“ bei keiner Filterkanne ganz stimmt: Ein Ionenaustauscher ist ein Kunstharz. Auch bei Aarke, wo das Gehäuse aus Stahl ist, fließt das Wasser durch ein Harz. Das ist kein Mangel, sondern das Funktionsprinzip, ohne das eine Kanne keinen Kalk zurückhalten könnte. Es ist aber ein Grund, Werbeformeln wie „ohne Plastikfilter“ wörtlich zu lesen: Gemeint ist das Gehäuse, nicht der Filterstoff.
Und an dieser Stelle entscheidet sich auch, wie gut das Wasser hinterher ist. Die Kartusche bestimmt, wie viel Kalk, Chlor, Kupfer oder Blei zurückbleibt. Brita setzt in die Glaskanne dieselbe MAXTRA-PRO-Kartusche wie in die Kunststoffkannen; laut Produktseite ist sie mit allen aktuellen Brita-Tischwasserfiltern kompatibel. Einen Messwert, der dieselbe Kartusche einmal in einer Glas- und einmal in einer Kunststoffkanne prüft, gibt es nicht, aber auch keinen Hinweis, dass das Gefäß die Filterwirkung verändert. Wie stark die Filterwirkung über die Laufzeit abnimmt, hat die Stiftung Warentest an Kunststoffkannen gemessen: Schon nach dem ersten Viertel der Anbieterkapazität kam nur noch mittelhartes Wasser heraus, auch beim besten Filter. Die Messwerte und Literpreise der Kunststoffkannen stehen im Filterkannen-Vergleich mit den Warentest-Messwerten.
Station 4: das Glas
Erst jetzt erreicht der Liter das Glas, und hier verweilt er am längsten. Wie lange, legen die Hersteller unterschiedlich fest. Brita schreibt, gefiltertes Wasser solle an einem kühlen Ort gelagert und innerhalb von 24 Stunden verbraucht werden. Aarke schreibt ebenfalls 24 Stunden und ergänzt, nach mehr als zwei Tagen ohne Nutzung solle man das Wasser weggießen. Silberthal empfiehlt in der FAQ, das gefilterte Wasser innerhalb von „2–3 Tagen“ aufzubrauchen; die Anleitung sagt, Wasser, das mehrere Tage in der Karaffe gestanden hat, solle man weggießen. Aquaphor macht für die Glaskanne keine Angabe. Die Verbraucherzentrale rät allgemein, Filterkannen im Kühlschrank aufzubewahren.
Dass Glas hier hygienische Vorteile bringt, ist eine verbreitete Annahme, aber kein Messergebnis. Die Stiftung Warentest fand 2022 nach einer Woche Stillstand Bakterien in allen geprüften Kannen; im Testfeld stand keine Glaskanne, und wo sich die Keime in der Kanne angesiedelt haben, ist nicht frei veröffentlicht. Was Keime in Kartusche und Trichter begünstigt und wie man beim Wechsel vorgeht, beschreibt der Ratgeber zum Kartuschenwechsel und zur Keimvermeidung Schritt für Schritt.
Station 5: Griff und Ausguss
Am Ende verlässt der Liter die Kanne über den Ausguss. Wer die Kanne dabei hält, greift bei Brita laut Listing an Kunststoff, bei Aquaphor laut Listing an Glas, denn der Griff ist dort Teil des Glaskörpers. Der Aarke Purifier hat laut Aarke einen „eleganten Glasgriff“; der größere Purifier Large dagegen einen Griff aus recyceltem „Ocean Bound“-Kunststoff, den Aarke mit Edelstahlbändern befestigt und aus ergonomischen Gründen gewählt hat. Bei Silberthal ist der Griff auf den Produktfotos Teil des Glases, eine schriftliche Angabe zum Griffmaterial gibt es nicht.
Zählt man zusammen, berührt der Liter bei Brita, Silberthal und Aquaphor auf seinem Weg Kunststoff am Deckel, im Trichter und am Kartuschengehäuse, dazu Kunstharz und Aktivkohle im Filter. Bei Aarke sind es Edelstahl im Trichter und im Kartuschengehäuse, Kunstharz und Aktivkohle im Granulat und ein nicht näher bezeichnetes Thermoplast-Bauteil. Glas ist bei allen vier Kannen das Gefäß, in dem das fertige Wasser steht, nicht der Weg, auf dem es gefiltert wird.
Borosilikat, Natronkalkglas, Kunststofftrichter: Materialangaben der Hersteller
Die Glasart ist die Angabe, mit der Glaskannen am häufigsten beworben werden, und zugleich die, die am seltensten auf der Herstellerseite steht. Von den vier Kannen nennen zwei Hersteller Borosilikatglas auf der eigenen Seite: Brita schreibt auf brita.de, die Kanne sei „stoßfest, langlebig und leicht dank Borosilikatglas“, und für 60 % des Glases würden recycelte Produktionsüberschüsse verwendet. Silberthal nennt Borosilikatglas auf der Produktseite und in der Anleitung. Bei Aquaphor steht auf der globalen Seite nur „high-quality glass“, frei von Cadmium und Blei; dass es Borosilikatglas ist, sagt nur das Amazon-Listing. Aarke spricht auf aarke.com nur von „Glas“, das Amazon-Listing nennt Borosilikatglas. Natronkalkglas, auch Kalk-Soda- oder Kalk-Natron-Glas genannt, gibt keiner der vier Hersteller an.
Was der Unterschied zwischen den Glasarten in Zahlen bedeutet
Warum das überhaupt zählt, zeigen Laborglas-Kennwerte, die DWK und Carl Roth für Borosilikatglas 3.3 (Markenname DURAN) und Kalk-Soda-Glas veröffentlichen. Sie stammen aus der Recherche für den Glas-Standmixer-Vergleich, in dem Hitzefestigkeit eine größere Rolle spielt als bei einer Filterkanne:
| Kennwert (Laborglas) | Borosilikat 3.3 | Kalk-Soda-Glas |
|---|---|---|
| Ausdehnungskoeffizient α (20–300 °C) | 3,3 × 10⁻⁶ K⁻¹ | 9,1 × 10⁻⁶ K⁻¹ |
| Höchstzulässige Gebrauchstemperatur | 500 °C | ca. 100 °C |
| Maximaler Temperaturunterschied ΔT | 100 K | 30 K |
| Spülmaschine (Laborkontext) | geeignet | nicht geeignet |
Borosilikatglas dehnt sich bei Erwärmung also weniger als halb so stark aus wie Kalk-Soda-Glas und verträgt dadurch größere Temperatursprünge. DWK schränkt selbst ein, dass die Temperaturwechselbeständigkeit von Form, Wanddicke und Oberfläche abhängt; die Zahlen gelten für Laborgefäße, nicht für eine bestimmte Filterkanne. Ein Rechenbeispiel zeigt trotzdem, wo der Unterschied im Alltag liegen könnte: Wer eine Karaffe mit 60 °C aus der Spülmaschine nimmt und sofort mit Wasser von 20 °C füllt, erzeugt 40 K Unterschied. Das ist mehr als die 30 K, die DWK für Kalk-Soda-Laborglas angibt, und weniger als die 100 K für Borosilikat 3.3.
Für das gefilterte Wasser selbst spielt die Glasart keine Rolle. Brita, Silberthal und Aarke sehen ausdrücklich nur kaltes Wasser vor, Aquaphor macht für die Glaskanne keine Angabe. Eine Quelle, die einen Stoffübergang aus dem Glas in kaltes Wasser beschreibt, liegt nicht vor. Die Glasart ist ein Thema für Bruch und Spülmaschine, nicht für die Wasserqualität.
Die Material-Tabelle: jedes Bauteil, jede Quelle
Die folgende Tabelle führt für jede Kanne die Bauteile auf, die das Wasser berührt oder die man beim Gießen anfasst. „V“ steht für eine Angabe auf der Herstellerseite oder in der Herstelleranleitung, „S“ für eine Angabe, die nur im Amazon-Listing steht. Die Listings von Silberthal und Aarke werden laut Amazon vom Hersteller selbst verkauft, das von Brita läuft über den Brita-Store, das von Aquaphor über die Aquaeffect GmbH.
| Bild | Kanne | Gefäß | Deckel | Trichter / Einsatz | Kartuschengehäuse | Dichtung / Boden | Griff |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
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BRITA Maxtra Glass 2,5 l | Borosilikatglas (V) | Kunststoff, mit Klappe und LED (S) | biobasierter Kunststoff (S) | Kunststoff (V) | Silikon-Dichtungsring (V) | Kunststoff (S) |
![]() |
Silberthal Glaskaraffe 2,7 l | Borosilikatglas (V) | Kunststoff (V) | BPA-freier Kunststoff (S) | k. A. | Silikonboden, abnehmbar (V) | k. A. |
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Aquaphor Glas 2,5 l | Glas, frei von Cadmium und Blei (V); Borosilikat (S) | Kunststoff, Flip-top (S) | Kunststoff (S) | k. A. | k. A. | Borosilikatglas (S) |
![]() |
Aarke Purifier | Glas (V); Borosilikat (S) | k. A.; ein Bauteil aus BPA-freiem Thermoplast (V), laut Listing ABS (S) | Edelstahl (V) | Edelstahl SUS304, nachfüllbar (V) | Silikonabdeckung, abnehmbar (V) | Glas (V) |
Die Tabelle hat mehr „k. A.“-Felder, als man bei Produkten erwarten würde, die mit ihrem Material werben. Das ist der eigentliche Befund dieses Abschnitts: Die Hersteller benennen das Glas genau und den Rest pauschal. Brita schreibt auf der Produktseite „Glas, Silikon, Kunststoff“, ordnet die Materialien aber erst im Amazon-Listing den Bauteilen zu. Aquaphor nennt auf der Herstellerseite gar keine Kunststoffteile. Aarke listet einen Thermoplast, ohne ihn einem Teil zuzuordnen.
„Kein Plastikbehälter“: wie die Hersteller ihr Glas bewerben
Die Werbesprache der vier Hersteller lässt sich an drei Formulierungen festmachen. Aarke schreibt in der Anleitung „Kein Plastikfilter, keine Plastikbehälter“ und im Amazon-Listing „keine Plastikkaraffe, keine Plastikkartuschen“. Beides stimmt in dem Sinn, dass Karaffe und Kartuschengehäuse nicht aus Kunststoff sind. Es stimmt nicht in dem Sinn, dass die Kanne kunststofffrei wäre, denn Aarke führt selbst ein Thermoplast-Bauteil und Silikon in der Materialliste, und das Granulat enthält Ionenaustauschharz.
Silberthal verspricht „frisches, wohlschmeckendes Wasser ohne Plastikgeschmack“ und begründet den Glasvorteil damit, dass das Glas „nicht wie Plastikfilter“ verfärbe. Ob Kunststoffkannen dem Wasser einen Geschmack geben, ist in keiner der hier ausgewerteten Quellen gemessen. Aquaphor schreibt, die Wahl von Glas sei „ein bedeutender Schritt“ zu mehr Nachhaltigkeit im Haushalt. Brita stellt die Leichtigkeit heraus, „leicht dank Borosilikatglas“, nennt aber kein Gewicht, an dem man das prüfen könnte.
Keiner dieser Sätze ist falsch. Sie lassen aber jeweils das Bauteil weg, das nicht zum Versprechen passt. Wer eine Glaskanne kauft, weil das Wasser keinen Kunststoff berühren soll, kauft mit Brita, Silberthal und Aquaphor eine Kanne, in der das Wasser vor dem Glas durch einen Kunststofftrichter läuft. Mit Aarke kauft man die Kanne mit dem kürzesten Kunststoffweg, aber auch dort keinen Weg ohne Kunstharz.
Sechs Sätze über Glaskannen, die sich in den Datenblättern nicht halten
„Glas filtert besser.“ Die Kartusche filtert, das Glas hält nur das Ergebnis. Brita verwendet in Glas- und Kunststoffkannen dieselbe Kartusche, und in keinem Test wurde ein Unterschied zwischen beiden Gefäßen gemessen.
„Glaskannen sind plastikfrei.“ Bei keiner der vier Kannen. Selbst bei Aarke führt der Hersteller ein Thermoplast-Bauteil und Silikon auf, und jedes Filtergranulat enthält Ionenaustauscherharz.
„Glas ist hygienischer.“ Glas lässt sich gut reinigen und verfärbt laut Silberthal nicht. Gemessen ist aber nur, dass in den von der Stiftung Warentest geprüften Kannen, keine davon aus Glas, nach einer Woche Stillstand Bakterien wuchsen. Ob das in Glaskannen anders ist, hat niemand frei veröffentlicht geprüft. Die Kartusche und der Trichter, in denen Wasser lange steht, sind bei drei der vier Kannen dieselben Kunststoffteile wie bei Kunststoffkannen.
„Glas ist hitzefest, also kann warmes Wasser hinein.“ Silberthal nennt das Glas „hitzebeständig“ und verbietet in derselben Anleitung heißes Wasser. Die Grenze setzt die Kartusche, nicht das Gefäß.
„Glaskannen sind schwer, aber das sagt einem keiner.“ Drei der vier Hersteller nennen ein Leergewicht: 1,1 kg, unter 1,3 kg, 1,3 kg. Nur Brita schweigt, obwohl die Marke die Leichtigkeit ihres Glases bewirbt.
„BPA-frei ist ein Qualitätsmerkmal.“ Seit 2025 ist BPA in Lebensmittelkontakt-Kunststoffen in der EU verboten. Bei neu in Verkehr gebrachter Ware ist „BPA-frei“ eine gesetzliche Pflicht, kein Vorsprung. Mehr dazu im Abschnitt zur EU-Regel.
Vier Glaskannen im Datenblatt: Volumen, Leergewicht, Kartusche, Preis
Ausgewählt wurden Glas-Filterkannen, die am 12.10.2026 bei Amazon.de lieferbar waren, mindestens 4,3 Sterne hatten und für die eine Herstellerseite Volumen und Glasart oder Gewicht angibt. Vier Kannen erfüllen das. Die Bewertungen sind bei Brita und Aquaphor über mehrere Farb- oder Setvarianten gepoolt; dieselbe Zahl erscheint bei mehreren Angeboten. Sterne sind keine Testnote und sagen nichts über Filterleistung.
| Bild | Kanne | Gesamt / gefiltert | Leergewicht (Hersteller) | Maße laut Hersteller | Kartusche (Kapazität) | Preis 12.10.2026 | ★ (Bewertungen) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
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BRITA Maxtra Glass 2,5 l | 2,5 l / 1,5 l | k. A. | 19,3 × 27,7 × 13,8 cm (B × H × T) | MAXTRA PRO, 150 l oder 4 Wochen | 49,99 € (Amazon) | 4,6 (2.872) |
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Silberthal Glaskaraffe 2,7 l | 2,7 l (randvoll 3 l) / ca. 1,5 l unter dem Filter | 1,3 kg | 13 × 20 × 31 cm (L × B × H) | Silberthal oder Brita MAXTRA/MAXTRA+, 120–160 l | 44,95 € (premano) | 4,5 (1.158) |
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Aquaphor Glas 2,5 l | 2,5 l / 1 l | unter 1,3 kg | k. A. (Listing: 12 × 18 × 23,6 cm) | MAXFOR+ bzw. MAXFOR+ Mg, 200 l | 39,95 € (Aquaeffect) | 4,3 (503) |
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Aarke Purifier | 2,36 l / 1,18 l | 1,1 kg | H 27,5 cm, B 17,1 cm, Ø 12 cm | Pure- oder Enriched-Granulat, 120 l oder 4 Wochen | 125,00 € (AARKE) | 4,6 (672) |
BRITA Maxtra Glass: das meiste gefilterte Wasser, das wenigste Datenblatt
Die Brita-Glaskanne heißt im Brita-Shop „Tischwasserfilter Glas“ und kostet dort 59,99 €, bei Amazon heißt sie „MAXTRA Glas-Wasserfilter-Kanne“ und kostete am 12.10.2026 49,99 €, verkauft von Amazon. Amazon zeigt dazu „Statt 59,99 €“; das ist der Brita-Listenpreis und keine Ersparnis. Laut camelcamelcamel lag der Amazon-Preis für dieses Angebot im Durchschnitt bei 48,35 €, der Tiefstpreis bei 40,24 € am 13.08.2026, der Höchstpreis bei 59,99 € am 02.08.2023. Der Preis am Abrufdatum lag damit 1,64 € über dem Durchschnitt und 9,75 € über dem Tiefstpreis. In einem Teil der Brita-Bedienungsanleitung taucht die Kanne außerdem unter dem Namen „Glass Water Filter Jug Model One“ auf; im deutschen Shop wird dieser Name nicht verwendet.
Mit 1,5 Litern gefiltertem Volumen bei 2,5 Litern Gesamtkapazität hält die Brita-Kanne pro Füllung am meisten fertiges Wasser vor. Das Smart Light im Deckel zählt laut Anleitung Zeit und Menge und blinkt grün, gelb oder rot. Die Kartusche MAXTRA PRO PURE PERFORMANCE ist laut Brita auf vier Wochen oder 150 Liter ausgelegt, die Kalkreduktion hat Brita nach DIN EN 17093:2018 mit 11 °dH für bis zu 120 Liter prüfen lassen. Wer hartes Wasser hat, kann laut Brita die MAXTRA PRO EXTRA KALKSCHUTZ einsetzen, die den Kalk „um 50 % besser“ reduzieren soll als die Pure Performance.
Was fehlt: ein Leergewicht. Weder brita.de noch das Amazon-Listing nennen eines. Außerdem widersprechen sich die Maße. Brita.de gibt 19,3 cm Breite, 27,7 cm Höhe und 13,8 cm Tiefe an, das Amazon-Listing 17 × 26 × 31 cm. Ob es sich bei Amazon um Verpackungsmaße handelt, ist nicht angegeben; für die Planung im Kühlschrank sind die Werte von brita.de die verlässlichere Quelle.
Im direkten Vergleich mit der eigenen Kunststoffkanne kostet das Glas bei Brita einen deutlichen Aufschlag. Die BRITA Marella 2,4 l mit einer Pure-Performance-Kartusche kostete am selben Tag bei Amazon 21,99 €, die Glaskanne 49,99 €. Die Differenz von 28,00 € bezahlt das Gefäß, die Kartusche ist dieselbe. Die Marella fasst 1,4 Liter gefiltert, die Glaskanne 1,5 Liter.
Silberthal Glaskaraffe: viel Volumen, zwei Antworten auf die Literfrage
Silberthal ist eine Marke der premano GmbH & Co. KG aus Stuttgart, die im eigenen Shop auch Glaskaraffen, Teekannen und Vorratsgläser verkauft. Die Wasserfilterkanne kostet im eigenen Shop 44,95 € mit einem Filter, bei Amazon ebenfalls 44,95 €, verkauft von premano. Im Herstellershop gibt es Sets mit 3, 6 oder 12 Kartuschen für 49,90 €, 64,85 € und 86,75 €; die dort angezeigten Prozent-Ersparnisse beziehen sich auf die Summe der Einzelpreise, nicht auf einen früheren Verkaufspreis.
Das Volumen ist der auffälligste Wert: 2,7 Liter Füllvolumen, randvoll 3 Liter. Die Produktbeschreibung schreibt, die Kanne fasse „bis zu 2,7 Liter gefiltertes Wasser“. In der FAQ derselben Seite antwortet Silberthal auf die Frage, wie viel effektiv bis zur Unterkante des Filters passt: „ca. 1,5 Liter“. Beides kann gleichzeitig stimmen, wenn man den Trichter bis oben füllt und abwartet, bis alles durchgelaufen ist; dann steht das Wasser allerdings bis in die Kartusche. Für den Alltag ist die FAQ-Zahl die ehrlichere: Pro Durchlauf stehen etwa anderthalb Liter fertiges Wasser zur Verfügung, ähnlich viel wie bei Brita.
Die Kartusche ist der zweite Grund, warum Silberthal in dieser Auswahl steht. Silberthal verkauft eigene Filter, laut Kartuschenseite „kompatibel mit Brita Maxtra, Amazon Basics und der SILBERTHAL Filterkanne“, mit 120 bis 160 Litern je nach Wasserhärte und der Empfehlung, sie „spätestens 1 Mal im Monat“ zu wechseln. Die Anleitung sagt, Silberthal- und Brita-Filter seien mit der Karaffe kompatibel, die FAQ bejaht ausdrücklich den MAXTRA+-Filter. Damit ist die Silberthal-Karaffe die einzige Glaskanne der Auswahl, in der man laut Hersteller zwischen zwei Kartuschenmarken wählen kann. Ob die neue MAXTRA PRO genauso passt, sagt Silberthal nicht; die Kompatibilität mit Brita ist eine Aussage von Silberthal, nicht von Brita.
Die Anleitung enthält zwei Grenzen, die auf der Produktseite fehlen: nur kaltes oder zimmerwarmes Wasser, und „nicht mehr als 10 Liter pro Tag“ für eine optimale Wirkung. Vor dem ersten Gebrauch soll der Filter 10 Minuten in Wasser liegen, die ersten beiden Füllungen werden weggegossen, erst die dritte ist zum Trinken gedacht. Der Wechselkalender auf dem Deckel ist manuell; laut Anleitung lassen sich die Tage nicht genau einstellen, sondern nur in Schritten von zwei oder drei Tagen.
Aquaphor Glas: günstig, aber auf der deutschen Seite unsichtbar
Die Aquaphor-Glaskanne ist ein Sonderfall: Auf der deutschen Aquaphor-Seite steht sie nicht. Die Liste der Tischwasserfilter auf aquaphor.com/de-de führt am 12.10.2026 nur Amethyst, Jasper, Onyx, Prestige, Provence und Smile. Auf der globalen Seite und der polnischen Seite gibt es die Kanne unter dem Namen „Glass“. Bei Amazon kostete sie am 12.10.2026 39,95 €, verkauft von der Aquaeffect GmbH; das Listing nennt als Hersteller „Aquaphor International“.
Die Herstellerangaben sind knapp, aber konkret. Die polnische Seite nennt 2,5 Liter Gesamtvolumen und 1 Liter gefiltertes Wasser. Die globale Seite schreibt, der Glaskörper sei spülmaschinenfest und frei von Cadmium und Blei und die Kanne wiege ohne Wasser „less than 1.3 kg“, also unter 1,3 kg. Das Amazon-Datenfeld nennt 1,04 kg. Mitgeliefert werden laut Aquaphor Kanne, Trichter, Deckel und eine Kartusche MAXFOR+ Mg; das Amazon-Angebot nennt eine MAXFOR+. Die Kapazität gibt Aquaphor mit 200 Litern an, ein Wechselintervall in Wochen nennt der Hersteller für die MAXFOR-Kartuschen nicht.
Mit einem Liter gefiltertem Wasser pro Füllung ist die Aquaphor-Kanne die kleinste der Auswahl, gemessen am fertigen Wasser. Aquaphor selbst ordnet sie Alleinlebenden und kleinen Familien zu. Die MAXFOR-Kartusche passt laut Aquaphor nur in Aquaphor-Kannen; eine Herstelleraussage zu Brita-Kompatibilität gibt es nicht. Im ETM Testmagazin 02/2020 stand eine Aquaphor-Kanne mit derselben Kartuschenfamilie, die Kunststoffkanne Jasper mit MAXFOR+: Sie kam laut testsieger.de auf 86,6 % und wurde Preis-Leistungs-Sieger, mit Abzügen für geringere Filterleistung. Auf die Glaskanne lässt sich das nur so weit übertragen, wie die Kartusche gleich ist.
Aarke Purifier: Edelstahl statt Kunststoff, Granulat statt Kartusche
Der Purifier ist die teuerste Kanne der Auswahl und die einzige, bei der man keine Kartusche wegwirft, sondern Granulat nachfüllt. Aarke beschreibt ihn als „patentierte Wasserfilterkanne aus Glas und Edelstahl“, entworfen in Schweden, hergestellt in China. Die Filtertechnologie sei in Zusammenarbeit mit BWT entwickelt worden. Bei Amazon kostete der Purifier am 12.10.2026 125,00 €, verkauft von Aarke; im Aarke-Shop ebenfalls 125 €.
Die Kanne fasst laut Website 2,36 Liter gesamt und 1,18 Liter gefiltert; die Anleitung nennt 2,4 Liter beziehungsweise „10 Tassen“ gesamt und 1,18 Liter beziehungsweise „5 Tassen“ gefiltert. Das Amazon-Listing schreibt im Titel „1,2 L“, gemeint ist das gefilterte Volumen. Leer wiegt der Purifier laut Website und Anleitung 1,1 kg, laut Amazon-Datenfeld 1,14 kg.
Das Pure-Granulat besteht laut Aarke aus Ionenaustauschharz und Aktivkohle und reicht für bis zu 120 Liter oder vier Wochen. Aarke gibt für Pure eine Reduktion „gemäß der Norm EN17093:2018“ an: 90 bis 100 % der Kalkablagerungen, 80 bis 100 % Chlor, 80 bis 100 % Kupfer, 90 bis 100 % Blei, jeweils „je nach Qualität des zugeführten Wassers“. Das Enriched-Granulat gibt Magnesium ab, hebt den pH-Wert auf über 8,5 und reduziert laut Aarke keine Kalkablagerungen. Beide Granulate sind laut Aarke nur für Aarke-Kannen gedacht. Die Herstellerwerte sind Selbstangaben; ein frei lesbarer Prüfbericht ist nicht verlinkt.
Die Anleitung enthält mehrere Betriebsregeln, die bei den anderen Kannen fehlen. Die Filtrierung dauert laut Website 3 bis 5 Minuten pro Liter. Nach drei Litern am Stück soll man 15 Minuten pausieren. Die Kartusche samt Granulat soll aus hygienischen Gründen einmal pro Woche drei Minuten in kochendes Wasser gelegt werden. Und der Deckel soll mit der Unterseite nach oben aufbewahrt werden, um Bakterienbildung vorzubeugen.
Was unabhängige Prüfer über Glaskannen wissen
Kurz gesagt: fast nichts. Die Stiftung Warentest hat in test 7/2022 acht Filter geprüft, keiner davon in einer Glaskanne. Das Ergebnis betrifft trotzdem jede Kanne mit Aktivkohle und Ionenaustauscher: zweimal „befriedigend“, fünfmal „ausreichend“, einmal „mangelhaft“; nach einem Viertel der Kapazität nur noch mittelhartes Wasser; Bakterien in allen Kannen nach einer Woche Stillstand. Laut K-Tipp, der die Warentest-Messwerte wiedergibt, senkten die Brita-Kannen die Härte anfangs um 80 % und nach 25 Litern nur noch um 35 %. Die Warentest-Methodik prüfte bei 16,5 °dH Prüfwasser nach 5, 25, 50, 75 und 100 % der Anbieterkapazität.
Die einzige Glaskanne, die in einem gefundenen Test stand, ist der PearlCo Glas-Wasserfilter. Das ETM Testmagazin gab ihm in Heft 02/2020 laut testsieger.de 88,4 % und Platz 2 von 4, hinter der Brita Marella mit 90,6 %. Die Original-ETM-Seite wurde nicht gefunden, die Methodik ist unbekannt, und das Modell ist laut testsieger.de nicht mehr verfügbar. Which? hat im April 2025 zehn Kannen getestet, darunter den Aarke Purifier mit 1,18 Litern; welche Kannen gut abschnitten, steht hinter der Bezahlschranke und ist deshalb hier nicht verwertet. Ein Vergleich von COMPUTER BILD und BILD aus 05/2026 hatte laut Suchtreffern ebenfalls Silberthal und Aarke im Feld; seine Ergebnisse wurden für diese Seite nicht an der Originalquelle geprüft und fließen nicht ein.
Gezählt sind damit drei Testveröffentlichungen, und keine davon liefert eine Note für eine der vier Glaskannen in dieser Auswahl. Die Reihenfolge der Picks beruht deshalb nicht auf Testergebnissen, sondern auf dem gefilterten Volumen, der Vollständigkeit der Herstellerangaben und dem Kunststoffanteil im Wasserweg.
Kartuschenkosten pro Liter und pro Jahr
Bei einer Glaskanne ist der Kaufpreis die kleinere Rechnung. Die laufenden Kosten entscheidet die Kartusche, und hier unterscheiden sich die vier Systeme deutlicher als beim Glas. Die folgende Tabelle rechnet mit der Herstellerkapazität und mit 13 Wechseln pro Jahr, also einem Wechsel alle vier Wochen. Wie die Stiftung Warentest zeigte, liefern Kartuschen weiches Wasser nur über einen Teil dieser Kapazität; die Werte sind deshalb die günstigste denkbare Rechnung.
| Bild | Kartusche | Packung und Preis 12.10.2026 | € pro Stück | Kapazität laut Hersteller | ct pro Liter | 13 Wechsel pro Jahr |
|---|---|---|---|---|---|---|
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BRITA MAXTRA PRO Pure Performance | 6er 29,56 € (Amazon, avantrado.shop) | 4,93 € | 150 l | 3,3 ct | 64,05 € |
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BRITA MAXTRA PRO Pure Performance | 6er 47,69 € (brita.de) | 7,95 € | 150 l | 5,3 ct | 103,33 € |
| – | Silberthal Filterkartusche | 12er 59,95 € (silberthal.de) | 5,00 € | 120–160 l | 3,1–4,2 ct | 64,95 € |
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Aquaphor MAXFOR+ | 5+1 23,99 € (Amazon, Aquintos) | 4,00 € | 200 l | 2,0 ct | 51,98 €* |
| – | Aarke Pure Filtergranulat | 3er 20,00 € oder 9er 60,00 € (aarke.com) | 6,67 € | 120 l | 5,6 ct | 86,67 € |
*Aquaphor nennt kein Wechselintervall in Wochen; die Jahreszahl unterstellt denselben Vier-Wochen-Rhythmus wie bei den anderen Kannen. Alle ct-pro-Liter-Werte sind eigene Rechnungen aus Packungspreis und Herstellerkapazität. Zum Vergleich: Leitungswasser kostet laut Umweltbundesamt rund 0,2 Cent pro Liter.
Die Rechnung zeigt zwei Dinge. Erstens gleicht sich der Preisunterschied der Kannen im Betrieb teilweise aus: Die Aquaphor-Kanne ist beim Kauf 10,04 € günstiger als die Brita-Glaskanne und im Jahr bei gleichem Wechselrhythmus noch einmal etwa 12 € günstiger, wenn man die Brita-Kartuschen bei Amazon kauft. Zweitens kostet der Aarke Purifier nicht nur beim Kauf mehr: Mit 86,67 € pro Jahr für Granulat liegt er über Brita mit Amazon-Kartuschen und unter Brita mit Kartuschen aus dem Brita-Shop. Wer bei der Silberthal-Kanne Brita-Kartuschen statt der eigenen einsetzt, landet je nach Bezugsquelle bei denselben Werten wie die Brita-Glaskanne. Wie sich Fremdkartuschen in Brita-Kannen geschlagen haben und was der Warentest dazu gemessen hat, behandelt der Artikel zu Maxtra-kompatiblen Fremdkartuschen.
Glaskannen, die es nicht in die Auswahl geschafft haben
Vier weitere Glas-Filtersysteme tauchen bei der Suche nach „Wasserfilter Glas“ regelmäßig auf. Sie erfüllen die Auswahlregel nicht, sei es wegen der Bewertung unter 4,3 Sternen oder wegen fehlender Daten:
| Bild | Modell | Preis 12.10.2026 | ★ (Bewertungen) | Warum nicht in der Auswahl |
|---|---|---|---|---|
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PearlCo Glas-Wasserfilter (Classic-Kartuschen) | 37,91 € (Amazon, Conquest GmbH); im Herstellershop 49,90 € bis 69,90 € mit 3 Kartuschen | 4,2 (371) | unter 4,3 Sternen; laut PearlCo 2 l gesamt, 1 l gefiltert, elektronische Wechselanzeige; Glasart nicht angegeben |
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Laica Glassmart mit 3 Fast Disk | 29,80 € (Amazon) | 4,2 (675) | Glasflasche, keine Kanne mit Trichter; unter 4,3 Sternen |
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LifeStraw Home Glas | 75,41 € (Amazon) | 4,1 (659) | unter 4,3 Sternen; Herstellerdaten nicht erhoben |
| – | Dafi Crystal LED 2 l / Prisma LED 2,5 l | kein deutsches Listing mit Bewertungen | – | laut Dafi Borosilikatglas SIMAX, aber nur im polnischen Shop mit Preisen in Złoty |
Der PearlCo-Filter ist dabei der interessanteste Fall, weil er als einzige Glaskanne in einem Test auftaucht. Der Hersteller benennt sich gerade um; im eigenen Shop steht der Hinweis „PearlCo wird zu PerloPur“. Laut PearlCo arbeitet die Glaskanne mit Kartuschen in der Classic-Bauform, nicht im Maxtra-Format.
1,1 bis 1,3 Kilo leer: was Glas in Kühlschranktür und Hand bedeutet
Die Zahl, die Käufern einer Glaskanne am häufigsten fehlt, ist das Gewicht, und es ist die Zahl, die im Alltag am meisten ausmacht. Leer wiegen die drei Kannen mit Herstellerangabe zwischen 1,1 und 1,3 kg: Aarke 1,1 kg, Aquaphor unter 1,3 kg, Silberthal 1,3 kg. Brita nennt keinen Wert. Die Amazon-Datenfelder weichen leicht ab: 1,14 kg bei Aarke, 1,04 kg bei Aquaphor, 1,24 kg bei Silberthal.
Mit Wasser kommt pro Liter etwa ein Kilogramm dazu. Wer die Kanne zum Einschenken hebt, hält also das Leergewicht plus das gefilterte Wasser, und wer sie direkt nach dem Befüllen zurück in die Tür stellt, zusätzlich das Wasser, das noch im Trichter steht. Die Grafik rechnet das für alle vier Kannen mit den Herstellerangaben durch.
Gießen: was die Hand trägt
Beim Einschenken zählt das, was im unteren Gefäß steht, plus das Leergewicht. Die Silberthal-Karaffe trägt sich mit gefüllter unterer Kammer rechnerisch mit etwa 2,8 kg, der Aarke Purifier mit knapp 2,3 kg, die Aquaphor-Kanne mit höchstens 2,3 kg. Bei Brita sind es 1,5 kg Wasser plus ein unbekanntes Leergewicht. Gemessen an der Wassermenge, die man pro Füllung bekommt, ist das Verhältnis bei Aquaphor am ungünstigsten: Auf einen Liter Wasser kommen bis zu 1,3 kg Kanne. Bei Aarke kommen auf 1,18 Liter 1,1 kg Kanne, bei Silberthal auf etwa 1,5 Liter 1,3 kg.
Ob das Gewicht stört, ist eine persönliche Frage. Ein Hinweis darauf, dass es Käufer beschäftigt, steht in der automatischen Bewertungszusammenfassung des Silberthal-Listings: Laut Amazon erwähnen 36 Kundinnen und Kunden das Gewicht, 10 davon positiv, 26 negativ. Die Zusammenfassung nennt als Kritik, die Kanne sei deutlich schwerer als ein Kunststoffmodell. Das ist kein Messwert, aber ein ehrliches Signal: Wer von einer Kunststoffkanne kommt, merkt den Unterschied. Bei Aarke nennt die Kundenzusammenfassung auf der Herstellerseite das kleine Volumen und die Zerbrechlichkeit des Glases als Kritikpunkte.
Kühlschranktür und Fach: nachmessen statt raten
Die Verbraucherzentrale rät, Filterkannen im Kühlschrank aufzubewahren, und Aarke schreibt das für eine optimale Wasserqualität sogar in die Anleitung. Damit wird die Größe der Kanne zur Frage der Kühlschranktür. Eine allgemeine Türfachgröße gibt es nicht, deshalb hilft nur der Vergleich mit den Herstellermaßen:
- Silberthal: 13 × 20 × 31 cm (L × B × H). Silberthal schreibt, die Kanne passe „in die meisten Kühlschranktüren“. Mit 31 cm ist sie die höchste der vier.
- BRITA Maxtra Glass: 19,3 cm breit, 27,7 cm hoch, 13,8 cm tief. Eine Aussage zur Kühlschranktür macht Brita für die Glaskanne nicht, wohl aber für die Kunststoffkanne Style Essential.
- Aarke Purifier: 27,5 cm hoch einschließlich Deckelknauf, 17,1 cm breit, 12 cm Durchmesser. Keine Aussage zur Tür, aber die Empfehlung, die Kanne im Kühlschrank zu lagern.
- Aquaphor Glas: keine Maße auf der Herstellerseite; das Amazon-Listing nennt 12 × 18 × 23,6 cm. Aquaphor betont die stabile runde Form gegen versehentliches Verschütten.
Wer nachmisst, braucht zwei Werte: die freie Tiefe des Türfachs, gemessen an der engsten Stelle, und die lichte Höhe bis zum nächsten Fach. Bei 12 bis 13,8 cm Tiefe sind die vier Kannen ähnlich, bei der Höhe liegen zwischen Aquaphor und Silberthal laut den vorliegenden Angaben 7,4 cm. Dazu kommt das Gewicht: In der Tür hängt eine volle Glaskanne mit bis zu vier Kilogramm, und jedes Öffnen bewegt sie mit.
Warum das Gewicht auch eine Glasfrage ist
Glas ist schwerer als Kunststoff, weil es dick sein muss, um stabil zu sein. Das zeigt der Vergleich mit Kunststoffkannen ähnlicher Größe aus den Herstellerdaten: Die Laica-Kunststoffkanne Stream Line mit 2,3 Litern wiegt laut Laica 0,6 kg, die Prime Line Elegance mit 3 Litern 0,7 kg. Die Glaskannen wiegen bei ähnlichem Volumen etwa das Doppelte. Brita schreibt seinem Borosilikatglas Leichtigkeit zu; ohne Zahl lässt sich das nicht überprüfen.
BPA-frei und inzwischen verboten: was die EU-Regel für Trichter und Deckel heißt
Wer eine Glaskanne kauft, um Bisphenol A zu vermeiden, kauft heute gegen ein Risiko, das der Gesetzgeber für Neuware weitgehend ausgeschlossen hat. Die Verordnung (EU) 2024/3190 der Kommission vom 19. Dezember 2024 regelt die Verwendung von Bisphenol A und anderen Bisphenolen in Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Sie ändert die Kunststoff-Verordnung (EU) Nr. 10/2011. Das Verbot gilt seit dem 20. Januar 2025.
Für Filterkannen ist der Geltungsbereich bemerkenswert breit. Erfasst sind laut EU Kunststoffe, Klebstoffe, Kautschuk, Ionenaustauscherharze, Druckfarben, Silikone, Lacke und Beschichtungen. Damit fallen bei einer Filterkanne Deckel, Trichter und Griff aus Kunststoff, die Silikondichtung und das Kunstharz in der Kartusche unter das Verbot.
Die Übergangsfristen sind abgestuft. Einweg- und Mehrweg-Endprodukte, die nach altem Recht hergestellt wurden, durften noch bis zum 20. Juli 2026 erstmals in Verkehr gebracht werden; diese Frist ist am Abrufdatum abgelaufen. Mehrweg-Endprodukte nach altem Recht, die schon im Handel waren, dürfen spätestens bis zum 20. Januar 2029 auf dem Markt bleiben. Für professionelle Mehrweg-Ausrüstung und für bestimmte Konserven gelten eigene Fristen.
Was das für die Werbeangabe „BPA-frei“ bedeutet
Drei der vier Hersteller schreiben „BPA-frei“ an irgendeine Stelle. Silberthal nennt das Glas „BPA-frei“, was für Glas ohnehin keine Aussage ist, weil Bisphenol A ein Baustein bestimmter Kunststoffe und Beschichtungen ist; im Amazon-Listing heißt es zusätzlich, der Filtereinsatz sei aus BPA-freiem Kunststoff. Aarke nennt einen „BPA-freien Thermoplast“ und gibt dazu Zulassungen nach LFGB, FDA, CA65 und DGCCRF an. Aquaphor bezeichnet mehrere Kunststoffkannen auf der deutschen Seite als BPA-frei, für die Glaskanne fehlt die Angabe. Brita schreibt „BPA-frei“ auf brita.de nicht.
Seit 2025 ist „BPA-frei“ bei neuer Ware kein Unterscheidungsmerkmal mehr, sondern die gesetzliche Mindestanforderung. Das gilt für die Kunststoffkanne genauso wie für den Kunststofftrichter in der Glaskanne. Wer eine ältere Kanne aus einem Lagerbestand kauft, kann sich auf das Verbot nur bedingt verlassen, denn Mehrweg-Altware darf bis 2029 abverkauft werden. Bei den vier Kannen in dieser Auswahl gibt es keinen Hinweis, dass BPA enthalten wäre.
Die Verordnung beantwortet nicht die Frage, ob andere Stoffe aus Kunststoff in Wasser übergehen. Dazu gibt es für Filterkannen keine frei zugängliche Messung, weder für Glas- noch für Kunststoffmodelle. Eine Studie zu Mikroplastik aus einem Kunststoff-Mixbehälter, die im Glas-Standmixer-Vergleich ausgewertet wurde, betrifft ein Gerät mit schnell drehenden Messern und lässt sich nicht auf eine Kanne übertragen, durch die Wasser langsam läuft.
Silber: der Stoff, der absichtlich ins Wasser darf
Ein Stoff landet bei einigen Kannen gewollt im Wasser, und er hat mit Kunststoff nichts zu tun: Silber. Brita schreibt in der Anleitung, die MAXTRA-PRO-Kartusche verfüge über ein speziell mit Silber behandeltes Material, und Spuren könnten ins Wasser gelangen, weit unter den Grenzwerten der Weltgesundheitsorganisation. Aarke schreibt, das Granulat könne kleine Mengen Silber enthalten. Silberthal und Aquaphor machen keine Angabe.
Die WHO hat für Silber im Trinkwasser keinen formalen Leitwert, sondern einen provisorischen Referenzwert von 0,1 mg pro Liter, ausdrücklich auch für Geräte am Entnahmepunkt. Sie empfiehlt Silber zur Desinfektion von Trinkwasser nicht. Der österreichische VKI berichtet, dass bei den meisten Kartuschen bis zu 15 Mikrogramm Silber pro Liter ins Wasser gelangen; das sind 15 % des WHO-Referenzwerts. Für die Glaskanne ändert das nichts gegenüber der Kunststoffkanne, denn das Silber kommt aus der Kartusche. Wer Silber vermeiden will, muss bei der Kartusche ansetzen, nicht beim Gefäß. Die Abwägung zwischen Silber und Keimen behandelt der Markenvergleich Brita und BWT im direkten Duell.
Spülmaschine bis 50 oder 60 Grad: Reinigungsangaben je Modell
Glas hat in der Spülmaschine einen Ruf, den Kunststoff nicht hat: Es wird nicht trüb, verfärbt sich nicht und nimmt keine Gerüche an. Das stimmt für das Glas. Bei den Filterkannen stecken die Einschränkungen aber in den anderen Teilen, und die Hersteller beschreiben sie unterschiedlich genau.
| Bild | Kanne | Glaskanne | Trichter / Einsatz | Deckel | Weitere Teile | Temperatur |
|---|---|---|---|---|---|---|
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BRITA Maxtra Glass | ja | ja | ja, nach Entnahme des Smart Light | Silikonring per Hand empfohlen | 50 °C (brita.de, Anleitung); 60 °C (Amazon-Listing) |
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Silberthal Glaskaraffe | ja (Website) | ja (Website) | nein, Handreinigung | Anleitung: „leicht von Hand zu reinigen“ | k. A. |
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Aquaphor Glas | ja (Glaskörper) | k. A. | k. A. | – | k. A. |
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Aarke Purifier | ja | ja | ja | Kartusche nur ohne Granulat; wöchentlich auskochen | 60 °C |
Brita: zwei Temperaturen von derselben Marke
Bei Brita stehen zwei Zahlen nebeneinander. Die Produktseite auf brita.de nennt „Spülmaschinengeeignet bis zu 50 °C“, die Bedienungsanleitung schreibt für Trichter und Kanne „max. 50 °C“. Das Amazon-Listing, das über den Brita-Store läuft, schreibt an drei Stellen „spülmaschinengeeignet bis 60 °C“, jeweils mit der Ausnahme Smart Light und Silikonring. Welche Angabe neuer ist, lässt sich nicht feststellen. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt ein Programm bis 50 °C.
Das Smart Light muss vor jedem Spülgang aus dem Deckel gedreht werden, gegen den Uhrzeigersinn, und wird laut Anleitung nur mit einem weichen, feuchten Tuch abgewischt. Für den Silikonring empfiehlt Brita die Handwäsche. Die schwedische Fassung der Anleitung begründet das: Die Dichtungsringe der Glaskanne vertrügen die Spülmaschine zwar im Allgemeinen, könnten sich dort aber leicht verfärben. Den Silikonring der Jubiläumsedition reinigt man laut Brita-FAQ mit einem feuchten Mikrofasertuch oder von Hand mit mildem Spülmittel.
Silberthal: Website und Anleitung sagen Verschiedenes
Silberthal schreibt auf der Produktseite, man könne „einfach alles (außer dem Deckel) in die Spülmaschine stellen“, und in den Vorteilen: „Filtereinsatz und Glaskaraffe sind spülmaschinenfest“. Die gedruckte Anleitung, die als PDF auf derselben Seite verlinkt ist, schreibt unter Reinigung nur: „Leicht von Hand zu reinigen“. Ein Widerspruch im engen Sinn ist das nicht, eine Temperaturgrenze nennt Silberthal aber nirgends. Den Silikonboden kann man abnehmen. Der Deckel mit dem Kalender gehört laut Silberthal in die Handwäsche, als Ersatzteil kostet er im Herstellershop 5,95 €.
Aquaphor: nur der Glaskörper ist geregelt
Aquaphor schreibt auf der globalen Seite, der Glaskörper sei spülmaschinenfest, auf der polnischen Seite, die Spülmaschineneignung erleichtere die Reinigung des gläsernen Körpers. Für Deckel und Trichter fehlen Angaben. Wer unsicher ist, spült diese Teile von Hand.
Aarke: alles in die Maschine, aber nicht mit Granulat
Aarke ist der einzige Hersteller, der alle Teile ausdrücklich für die Spülmaschine freigibt, bis 60 °C. Die Bedingung: Das Granulat muss vorher aus der Edelstahl-Kartusche. Die Reinigungsanleitung beschreibt den Ablauf in vier Schritten: Deckel abspülen und trocknen lassen, Kartusche herausnehmen und zum Auskochen beiseitelegen, Einlauftrichter in die Spülmaschine, Glaskaraffe kopfüber dazu. Aarke empfiehlt, den Purifier mindestens einmal pro Woche zu reinigen und die Kartusche mit dem Granulat einmal pro Woche drei Minuten in kochendes Wasser zu legen. Kalkablagerungen lassen sich laut Aarke mit einem Kalkreiniger entfernen, Stahlwolle ist tabu.
Wie lange die Reinigung dauert, was Glas daran ändert
Messdaten zur Reinigungszeit gibt es für keine der Kannen. Aus den Anleitungen lässt sich nur ablesen, wie viele Teile man in die Hand nimmt. Bei Brita sind es vier: Kanne, Trichter, Deckel, Smart Light, dazu der Silikonring. Bei Silberthal sind es Karaffe, Filtereinsatz, Deckel und Silikonboden. Bei Aarke kommen zur Karaffe, dem Trichter und dem Deckel die Kartusche und der wöchentliche Topf mit kochendem Wasser hinzu.
Glas ändert daran vor allem eines: Man sieht, ob die Kanne sauber ist. Kalkränder und Beläge zeichnen sich auf klarem Glas deutlicher ab als auf getöntem Kunststoff. Aarke weist in der Anleitung darauf hin, dass gefiltertes Wasser, das länger als 24 Stunden in der Kanne steht, durch Verdunstung weiße Flecken hinterlassen kann, die sich durch Reinigung entfernen lassen. Das gilt für jede Glaskanne, in der Wasser antrocknet. Für die Kalkränder im Wasserkocher, die eine Filterkanne verhindern soll, gibt es eine eigene Anleitung, wie man den Wasserkocher entkalken kann, mit oder ohne Filterkanne.
Bruch, Ersatzteile, Kartuschenbindung: woran eine Glaskanne nach Jahren scheitert
Eine Kunststoffkanne wird nach einigen Jahren trüb oder verkratzt. Eine Glaskanne bleibt klar, scheitert aber an anderen Stellen: Sie fällt herunter, ein Kunststoffteil bricht, oder die Kartusche, für die sie gebaut wurde, verschwindet vom Markt. Für keinen dieser drei Fälle gibt es Statistiken. Was es gibt, sind Ersatzteilpreise und die Geschichte der Kartuschenformate.
Bruch: wer das Glas einzeln verkauft
Aarke nennt den Purifier in der Anleitung „Glasprodukt, Vorsicht zerbrechlich“, und Aarke ist auch der einzige der vier Hersteller, der die Glaskaraffe einzeln nachverkauft: Die „Glaskaraffe Purifier“ kostet im Aarke-Shop 29 €, also 23 % des Kannenpreises. Auf der Aarke-Seite schreibt ein Kunde, seine Kanne sei zerbrochen und er sei froh gewesen, nur das Glas ersetzen zu können. Bei Silberthal gibt es den Deckel als Ersatzteil für 5,95 €, eine einzelne Ersatz-Glaskaraffe für die Filterkanne führt der Shop am 12.10.2026 nicht. Für die Brita-Glaskanne und die Aquaphor-Glaskanne wurden in den Herstellerquellen keine Ersatz-Glaskörper gefunden.
Die Glasart spielt beim Bruch eine Nebenrolle. Borosilikatglas ist unempfindlicher gegen Temperatursprünge, aber nicht gegen Stöße; die DWK-Werte beschreiben Temperaturwechsel, nicht Fallhöhen. Brita nennt sein Glas „stoßfest“, ohne Prüfnorm oder Fallhöhe. Der Silikonboden bei Silberthal und der Silikonring bei der Brita-Jubiläumsedition sollen laut Herstellern vor Stößen beim Abstellen schützen; Aarke legt eine abnehmbare Silikonabdeckung bei, die laut Amazon-Listing vor Stößen und Kratzern schützen soll. In der Kundenzusammenfassung auf der Aarke-Seite nennen einige Käufer die Zerbrechlichkeit des Glases als Kritik.
Kartuschenbindung: die eigentliche Lebensdauerfrage
Eine Filterkanne ist ohne passende Kartusche ein Glaskrug. Deshalb ist die wichtigste Frage für die Lebensdauer, wie lange es die Kartusche gibt und wer sie herstellt. Die Kartuschenformate der letzten Jahre zeigen, wie schnell sich das ändert, und sie sind gut belegt.
Brita hat die Kartusche in wenigen Jahren mehrfach umbenannt. Die Stiftung Warentest testete 2022 noch die MAXTRA+ mit einer Anbieterkapazität von 100 Litern. Heute heißt die Standardkartusche MAXTRA PRO PURE PERFORMANCE; Brita nennt sie auf brita.de den Nachfolger der MAXTRA PRO ALL-IN-1, und die MAXTRA+ den Vorgänger der MAXTRA-PRO-Kartuschen. Die Kapazität liegt jetzt bei 150 Litern. Für Besitzer einer Brita-Kanne war der Wechsel unproblematisch, denn Brita listet die älteren Kartuschen weiterhin als kompatibel. Eine Glaskanne mit Brita-Format hängt damit an einem Format, das seit Jahren weitergeführt wird und für das mehrere Kartuschenanbieter eigene kompatible Kartuschen verkaufen.
Silberthal nutzt dieses Format mit. Das ist für eine Glaskanne von einem kleineren Anbieter ein Vorteil: Sollte Silberthal die eigenen Filter einstellen, bleiben laut Herstellerangabe die Brita-Kartuschen als Alternative. Aquaphor bindet die Glaskanne an die MAXFOR-Kartusche, die laut Aquaphor nur in Aquaphor-Kannen passt; auf der deutschen Herstellerseite fehlt die Glaskanne bereits. Aarke bindet an das eigene Granulat, das laut Aarke in keine andere Kanne passt; dafür ist die Edelstahl-Kartusche selbst kein Verschleißteil.
Wie schnell eine Glaskanne aus dem Sortiment fallen kann, zeigt der PearlCo-Glasfilter: Das ETM Testmagazin hatte ihn 2020 im Test, laut testsieger.de ist das Modell inzwischen nicht mehr verfügbar, und der Hersteller benennt sich in PerloPur um. Die Classic-Kartuschen gibt es laut Herstellershop weiterhin. Wer eine Kanne kauft, kauft also vor allem eine Kartuschenbindung, und die ist bei Brita-Format und Silberthal am breitesten.
Entsorgung: wohin die Kartusche nach vier Wochen geht
Auch beim Müll unterscheiden sich die Systeme. Brita nimmt Kartuschen über Sammelboxen im Handel oder per Post zurück, mindestens sechs Stück pro Paket, und recycelt sie laut eigener Angabe seit 1992: Kunststoff wird zu Granulat, Aktivkohle wird reaktiviert und an anderer Stelle verwendet, der Ionenaustauscher wird regeneriert. Silberthal schreibt in der Anleitung, Filterkartuschen könnten im Restmüll entsorgt werden. Aarke schreibt, das Granulat gehöre in den Hausmüll; die Edelstahl-Kartusche bleibt. Für Aquaphor liegt keine Entsorgungsangabe zur Glaskanne vor. Wer die Müllmenge pro Jahr vergleichen will: Die Stiftung Warentest errechnete 2022 bei fünf Litern gefiltertem Wasser pro Tag 1,1 bis 2,1 kg Kartuschenmüll pro Jahr für die getesteten Systeme.
Die Glaskanne im Küchen-Ökosystem
Wer sich für Glas am Tisch entscheidet, hat meist auch bei den Nachbargeräten eine Haltung zu Kunststoff. Für sprudelndes Wasser gibt es Geräte, die direkt in eine Glasflasche karbonisieren; welche das sind und was sie kosten, zeigt der Vergleich der Wassersprudler mit Glaskaraffe, weitere Modelle der Sprudler für frisches Leitungswasser. Gefiltertes Wasser ist für einen Sprudler nicht nötig, und die Hersteller der Filterkannen sehen ohnehin nur die Lagerung im Kühlschrank vor, nicht die Weiterverarbeitung über Stunden.
Der häufigste praktische Grund für eine Filterkanne ist Kalk im Wasserkocher und in der Kaffeemaschine. Wie hart das eigene Wasser ist und ab wann sich Entkalken lohnt, rechnet der Wasserhärte-Rechner aus. Kocher mit Glas- oder Edelstahlkörper stehen in der Wasserkocher-Übersicht. Wer einen Kaffeevollautomaten mit eigener Filterpatrone betreibt, braucht keine Kanne davor; die Patronen für Vollautomaten behandelt ein eigener Vergleich der Wasserfilter im Vollautomaten-Tank, weiteres Zubehör steht im Bereich Zubehör rund um die Kaffeezubereitung.
Woher diese Angaben stammen und was offen bleibt
Ein Vergleich, der mit Materialangaben wirbt, muss sagen, welche Angaben fehlen. Für diese vier Glaskannen fehlen:
- Ein Labortest. Keine der vier Kannen hat eine frei zugängliche Testnote eines deutschen, österreichischen oder Schweizer Prüfinstituts. Which? hatte den Aarke Purifier 2025 im Feld, die Ergebnisse sind kostenpflichtig.
- Das Leergewicht der Brita-Glaskanne. Weder brita.de noch das Amazon-Listing nennen es.
- Die Glasart bei Aquaphor und Aarke auf der Herstellerseite. Borosilikat steht nur in den Amazon-Listings.
- Das Material jedes Bauteils. Brita ordnet Materialien nur im Amazon-Listing zu, Aquaphor gar nicht, Aarke nennt einen Thermoplast ohne Bauteil.
- Silberangaben für Silberthal und Aquaphor. Weder ja noch nein.
- Messungen zu Stoffübergängen aus Kunststofftrichtern. Für keine Filterkanne frei veröffentlicht, gleich ob Glas oder Kunststoff.
Herstellerquellen: Brita-Produktseite „Tischwasserfilter Glas“, Brita-Bedienungsanleitung für Tischwasserfilter (EMEA, deutsche und schwedische Fassung), Brita-Recyclingseite; Silberthal-Produktseite der Wasserfilterkanne aus Glas mit FAQ, Silberthal-Anleitung PA1285, Silberthal-Kartuschenseiten; Aarke-Produktseite Purifier, Aarke-Bedienungsanleitung, Aarke-Beitrag zu Purifier und Purifier Large, Aarke-Reinigungsanleitung und Shopdaten zu Granulat und Ersatzkaraffe; Aquaphor-Produktseiten „Glass“ (global und Polen) und die Liste der deutschen Aquaphor-Tischwasserfilter. Ergänzend die Herstellerdaten von PearlCo, Dafi und Laica aus der Cluster-Recherche vom 12.10.2026.
Testveröffentlichungen und Behörden: Stiftung Warentest test 7/2022 (Startseite, Methodik und Pressemitteilung frei, Einzelnoten nicht eingesehen); ETM Testmagazin 02/2020 nur über testsieger.de; Which? 2025 (Testfeld frei, Ergebnisse nicht eingesehen); K-Tipp 2022 als Wiedergabe der Warentest-Messwerte; Verbraucherzentrale zur Hygiene von Wasserfiltern; Umweltbundesamt „Trink was“; WHO-Faktenblatt Silber 2022; VKI/Konsument zu Silber in Kartuschen; DIN Media zu DIN EN 17093:2018; Europäische Kommission zur Verordnung (EU) 2024/3190. Die Laborglas-Kennwerte von DWK und Carl Roth und die Fristen der BPA-Verordnung stammen aus der Recherche für den Glas-Standmixer-Vergleich vom 06.10.2026.
Rechenwege: Gewicht gefüllt (Leergewicht plus 1 kg pro Liter), Preise pro Kartusche (Packungspreis geteilt durch Stückzahl), Cent pro Liter (Stückpreis geteilt durch Herstellerkapazität), Jahreskosten (13 Wechsel bei vier Wochen), Preisabstände zu Durchschnitt und Tiefstpreis bei camelcamelcamel und das Temperatur-Rechenbeispiel sind eigene Rechnungen aus den genannten Werten. Preise, Verkäufer und Bewertungen stammen von Amazon.de und den Herstellershops am 12.10.2026.
Diese Seite verfolgt einen Liter Leitungswasser durch vier Glas-Filterkannen und stützt sich dabei auf 13 Herstellerdokumente, drei Testveröffentlichungen und sechs Behörden- und Normquellen; keine der Kannen wurde dafür benutzt oder gewogen. Recherchiert und geschrieben hat sie Bastian Saupe; wie Herstellerangaben, Amazon-Listings und Tests gegeneinander gewichtet werden, steht auf der Bewertungsgrundsätze. Sobald ein Prüfinstitut eine Glas-Filterkanne testet oder Brita ein Leergewicht veröffentlicht, wird dieser Vergleich nachgezogen; Preise und Kartuschenkosten werden bei jeder Preisänderung der Hersteller aktualisiert.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es eine Wasserfilter-Glaskanne ganz ohne Plastik?
Unter den vier hier geprüften Modellen nicht. Brita (laut Amazon-Listing), Silberthal und Aquaphor (laut Listing) haben Deckel und Trichter beziehungsweise Filtereinsatz aus Kunststoff. Aarke kommt mit Edelstahl-Trichter und Edelstahl-Kartusche am weitesten, nennt in den Materialien aber selbst einen BPA-freien Thermoplast und lebensmittelechtes Silikon. Außerdem enthält jede Kartusche Ionenaustauscherharz, ein Kunstharz.
Welche Glas-Filterkanne hat im Test am besten abgeschnitten?
Ein Labortest der vier Glaskannen aus diesem Vergleich ist nicht bekannt. Die Stiftung Warentest hatte in test 7/2022 keine Glaskanne im Feld. Die einzige gefundene Glaskanne in einem Test ist der PearlCo Glas-Wasserfilter, der beim ETM Testmagazin 02/2020 laut testsieger.de 88,4 % erreichte; die ETM-Methodik ist nicht bekannt. Which? hatte 2025 den Aarke Purifier im Testfeld, die Ergebnisse sind kostenpflichtig.
Filtert eine Glaskanne besser als eine Kunststoffkanne?
Dafür gibt es keinen Beleg. Gefiltert wird in der Kartusche: Aktivkohle und Ionenaustauscher entscheiden über Kalk, Chlor und Metalle. Brita setzt in die Glaskanne dieselbe MAXTRA-PRO-Kartusche wie in die Kunststoffkannen. Einen Messwert, der dieselbe Kartusche in Glas- und Kunststoffkanne vergleicht, gibt es nicht.
Ist eine Glaskanne hygienischer als eine aus Kunststoff?
Nicht nachweislich. Die Stiftung Warentest fand 2022 nach einer Woche Stillstand Bakterien in allen geprüften Kannen, keine davon aus Glas; wo die Keime saßen, ist nicht frei veröffentlicht. Glas lässt sich gut reinigen und zeigt Beläge, die Kartusche und der Trichter bleiben aber dieselben. Für alle Kannen gilt der Rat der Verbraucherzentrale, die Kanne im Kühlschrank aufzubewahren und die Kartusche regelmäßig zu wechseln.
Passen Brita-Kartuschen in die Silberthal-Glaskanne?
Laut Silberthal ja. Die Anleitung sagt, Silberthal- und Brita-Filter seien mit der Karaffe kompatibel, die FAQ bejaht ausdrücklich den MAXTRA+-Filter, die Kartuschenseite nennt Brita Maxtra, Maxtra+ und Amazon Basics. Brita selbst garantiert eine optimale Filtration nur mit MAXTRA-PRO-Kartuschen in Brita-Kannen. Für die neue MAXTRA PRO nennt Silberthal keine eigene Aussage.
Darf die Brita-Glaskanne in die Spülmaschine?
Ja, mit Einschränkungen. Brita.de und die Bedienungsanleitung nennen maximal 50 °C für Trichter und Kanne, das Amazon-Listing der Marke nennt 60 °C. Das Smart Light muss vorher aus dem Deckel gedreht werden. Den Silikonring empfiehlt Brita per Hand zu reinigen, weil er sich in der Spülmaschine leicht verfärben kann. Wer sicher gehen will, hält sich an die niedrigere Angabe von 50 °C.
Wie schwer ist eine Wasserfilter-Glaskanne?
Leer laut Hersteller 1,1 kg (Aarke Purifier), unter 1,3 kg (Aquaphor Glas) und 1,3 kg (Silberthal). Brita nennt für die Glaskanne kein Gewicht. Mit Wasser kommt pro Liter rund ein Kilogramm dazu: Die Silberthal-Kanne wiegt mit 2,7 Litern Füllung rechnerisch etwa 4 kg, der Aarke Purifier mit 2,36 Litern knapp 3,5 kg.
Ist die Brita-Glaskanne aus Borosilikatglas?
Ja, laut brita.de ist sie aus Borosilikatglas, für das zu 60 % recycelte Produktionsüberschüsse verwendet werden. Silberthal gibt ebenfalls Borosilikatglas an. Bei Aquaphor und Aarke steht Borosilikat nur in den Amazon-Listings, die Herstellerseiten sprechen nur von Glas.
Darf ich heißes Wasser in eine Glas-Filterkanne füllen?
Nein. Drei der vier Hersteller sehen ausdrücklich nur kaltes Wasser vor, Aquaphor macht keine Angabe: Brita schreibt „nur kaltes Leitungswasser“, Silberthal erlaubt kaltes oder zimmerwarmes Wasser und warnt ausdrücklich vor heißem Wasser, Aarke schreibt „nur mit kaltem Wasser“. Borosilikatglas verträgt Temperaturwechsel zwar besser als Kalk-Soda-Glas, die Grenze setzt hier aber die Kartusche.
Was kostet ein Jahr Filtern mit dem Aarke Purifier?
Bei Wechsel alle vier Wochen braucht man 13 Granulatbeutel im Jahr. Mit dem 3er-Pack Pure für 20 € oder dem 9er-Set für 60 € sind das rechnerisch 86,67 €. Pro Liter sind es bei 120 Litern Kapazität etwa 5,6 Cent. Zum Vergleich: die Brita-Kartusche kostete bei Amazon im 6er-Pack rechnerisch 3,3 Cent pro Liter.
Was bedeutet „BPA-frei“ bei Glas-Filterkannen?
Seit dem 20. Januar 2025 verbietet die Verordnung (EU) 2024/3190 Bisphenol A in Lebensmittelkontaktmaterialien aus Kunststoff, aber auch in Ionenaustauscherharzen, Silikonen und Beschichtungen. Altware durfte noch bis 20. Juli 2026 erstmals in Verkehr gebracht werden. „BPA-frei“ auf Deckel oder Trichter ist damit bei neuer Ware ein gesetzlicher Mindeststandard, kein Vorteil einer bestimmten Marke.
Passt eine Glas-Filterkanne in die Kühlschranktür?
Das hängt von Kanne und Kühlschrank ab. Silberthal schreibt, die Kanne passe „in die meisten Kühlschranktüren“, bei 13 cm Tiefe und 31 cm Höhe. Brita nennt für die Glaskanne 13,8 cm Tiefe und 27,7 cm Höhe, Aarke 12 cm Durchmesser und 27,5 cm Höhe; eine Aussage zur Kühlschranktür machen beide nicht. Am sichersten ist es, Fachtiefe und lichte Höhe der eigenen Tür nachzumessen.
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Quellen & weiterführende Lektüre
Diese Empfehlung beruht auf den folgenden öffentlich zugänglichen Quellen, die wir ausgewertet und gewichtet haben. Eigene Testergebnisse geben wir nicht wieder.
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- Gebrauchsanleitung BRITA Tischwasserfilter (EMEA) · BRITA SE · Abgerufen 2026-10-12
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- Wasserfilterkanne aus Glas 2,7 Liter · SILBERTHAL / premano GmbH & Co. KG · Abgerufen 2026-10-12
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- Aarke Purifier Wasserfilter Kanne · Aarke · Abgerufen 2026-10-12
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- Purifier vs. Purifier Large: die Unterschiede · Aarke · Abgerufen 2026-10-12
- Purifier: Reinigungsanleitung · Aarke · Abgerufen 2026-10-12
- Glass: water filter jug · AQUAPHOR · Abgerufen 2026-10-12
- Dzbanek filtrujący Glass · AQUAPHOR · Abgerufen 2026-10-12
- Glas-Wasserfilter inkl. 3 Filterkartuschen · PearlCo / PerloPur · Abgerufen 2026-10-12
- Wasserfilter im Test: Gut filtert keiner (test 7/2022) · Stiftung Warentest · Abgerufen 2026-10-12
- Wasserfilter im Test: So haben wir getestet · Stiftung Warentest · Abgerufen 2026-10-12
- Wasserfilter: Kein einziger ist empfehlenswert (Pressemitteilung 22.06.2022) · Stiftung Warentest · Abgerufen 2026-10-12
- Das ETM Testmagazin vergleicht 4 Tischwasserfilter (ETM 02/2020, Zusammenfassung) · testsieger.de · Abgerufen 2026-10-12
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- Trink was: Trinkwasser aus dem Hahn · Umweltbundesamt · Abgerufen 2026-10-12
- Silver in drinking-water: Chemical fact sheet 2022 · WHO · Abgerufen 2026-10-12
- Wasserfilter: Volle Kanne, leere Versprechungen · VKI / Konsument · Abgerufen 2026-10-12
- Filterwirkung nimmt rapide ab · K-Tipp · Abgerufen 2026-10-12
- Food contact materials: legislation (inkl. Verordnung (EU) 2024/3190) · Europäische Kommission · Abgerufen 2026-10-12
- DIN EN 17093:2018-10, Haushaltswasserfiltersysteme · DIN Media · Abgerufen 2026-10-12








